eggi
Wie bereits erwähnt ist Iai do kein japanisches fechten.
Mit dem japanischen Schwert werden Schnitte, Stiche und Stöße sowie Blöcke und Ableitungen ausgeführt.
Kampfeigenschaften
1)Shidzuka-naru hayashi no gotoshi: ruhig wie der Wald
2) Ugoka-zaru yama no gotoshi: unbeweglich wie der Berg
3) Samui kiri no gotaku: kalt wie der Nebel
4) Toki koto kaze no gotoshi: im Entschluss schnell wie der Wind
5) Okashi kasumeru hi no gotoku: im Angriff und im Sturm wie das Feuer
Schwertschnitte
1)Ryo kuruma (Doppelrad): Schnitt durch die Hüfte
2) Tai-tai (sehr gross): Schnitt durch Achsel und Oberkörper
3) Karigane (Wildgans): Schnitt durch den Oberkörper
4) Chiwari (Brustspalter): Schnitt durch die Brust
5) O-kesa (Priestergewand): Schnitt quer durch den Oberkörper
6) Kami-tatewari (Spaltschnitt von oben): Schnitt durch den Kopf
7) Wakige (Achselhoehle): Schnitt durch die Brust
8) Kurumasike (Ende des Rades): Schnitt durch den Bauch
9) Suritsuke (Einreibung): Schnitt durch den Oberkörper
10)Shino-tatewari (Spalthieb von unten): Schnitt von unten
11) Ichi-no-do (erster Koerperschlag): Schnitt durch den Bauch 12) Ni-no-do (zweiter Koerperschlag): Schnitt durch die obere Bauchhälfte
13) San-no-do (dritter Koerperschlag): Schnitt durch den Unterbauch
14) Ko-kesa (kleines Priestergewand): Schnitt von der Schulter
15) Tabigata (Sockenrand): Schnitt durch das Fußgelenk
16) Sodesuri (Aermelschnitt): Schnitt durch das Handgelenk
17) Kaishaku (Kopfschnitt): als Freundschaftsdienst bei Seppuku
eggi
Hoffentlich konnte ich Euch einen kleinen,
verständlichen Blick in die
Faszination der Welt des Schwertes geben.
Wer diese Leidenschaft teilt, weiß wovon ich spreche.
eggi - ONEGAI OTSUKARESAMADESHITA, "OTAGAI NI REI"
Blacky
Sehr schöner Beitrag Eggi.
Wobei die deutsche Bezeichnung Samurai-Schwert Waffentechnisch ansich genau genommen nicht korrekt ist. Das Samurai-Schwert ist eigentlich von der Klassifikation her ein Säbel. Die alte Bezeichnung "Krummschwert", welche man früher für Säbel benutzte, trifft das Wesen etwas besser. ... Der Säbel, so auch das Samurai-Schwert war ursprünglich eine Reiterwaffe und eignet sich für das Schlagen besser als zum Stechen. Beim Katana, durch seine besondere Schärfe der gehärteten Schneide, besonders effektiv der schneidende (leicht ziehende) Hieb.
Die Krümmung der Klinge ... ist die sogenannte "Pfeilhöhe".
Das "Hiebschwert" des Samurai ist im deutschen Sprachgebrauch aber so als Schwert im Bewußtsein ... zudem der germanische Krieger oder auch deutsche Ritter ein ähnlich inniges Verhältnis zu seinem Schwert hatte (von Namensgebung bis zum Glauben daran daß die Waffe eine eigene Seele besitzt) ... daß die Bezeichnung für mich seine Berechtigung hat.
Wobei man sich bei aller Faszination des Fernöstlichen ... und auch durch depperte sogenannte "Wissenschaftssendungen" ... nicht täuschen lassen sollte. Sowohl japanische als auch europäische Schwerter sind in den Händen erfahrener Kämpfer furchtbare und auch tödliche Waffen. Und sowohl Samurai wie auch Ritter wußten diese zum Teil virtuos zu handhaben. ...
Na denne ... Banzai
Blacky - auch Samurai-Fan - (als die "Preußen Asiens" sind die Japaner meine "Lieblingsausländer"

)
P.S. @ Eggi ... über den letzten originalen traditionellen Schwertschmiedemeister und das Schmeiden eines seiner Schwerter hab ich eine 1A Doku ... sollten wir mal das Vergnügen eines Treffens haben erinnere mich im Vorfeld mal daran ... dann kopier ich sie Dir. Siggi hat die Doku und wird Dir sicher bestätigen daß diese zig Level oberhalb des "Welt der Wunder"-Niveaus u.ä. 0815-Berichte liegt.
Renato
Sehr guter Beitrag eggi.
eggi
Oh, zuviel des Lobes. Danke.
Natürlich haben wir gemeinsam recht.
Sieht man sich die Geschichte des japanischen Schwertes an,
so ist es aus dem chinesischen Langschwert entstanden,
ebenso wie das koreanische und vietnamesische Schwert
und wurde im Laufe der Jahre und Jahrhunderte modifiziert
und den Gegebenheiten angepasst;
analoges ist im europäischen Raum geschehen.
Ein tachi ist weitaus breiter und länger sowie stärker gekrümmt als ein daisho,
da das tachi als Hauptwaffe der Reiterei bestand.
Klassifizierung als Säbel, von der geschichtlichen Entwicklung,
somit nicht gegeben.
Der Säbel wurde von vornherein als Kavalleriewaffe entworfen und benutzt.
Klassisches Beispiel dafür ist der Säbel der 1.roten Reiterarmee unter Budjonny.
Dieser Säbel ist angeleht sowohl an den Kosakenwaffen des Don und Kuban,
aber auch der Kalmücken und Sarazenen.
Wir können ja zum VT weiter fachsimpeln,
bringe mal ne kleine historische Auswahl mit.
Gruß eggi
Blacky
@ Eggi ... von der Geschichte her ... vom geraden Schwert zum "gebogenenen" Samuraischwert hast Du schon Recht. Die Einklassifizierung des Katana in die Kategorie "Säbel/Krummschwerter", auf Grund der gebogenen Klinge ist (bzw. wäre) aber Waffentechnisch schon richtig. ... Im "Handbuch für Waffenkunde" von Wendelin Böheim (Kustus der Waffenbsammlung der Wiener Hofburg vor rund 150 Jahren) ist das Samurai-Schwert (auch da schon so benannt) eindeutig den Krummschwertern zugeordnet. ... Der "Säbel" selbst ... abstammend vom ungarischen "Sabla", ist im Gegensatz zum Anderthalb-/Zweihändig führbaren Samuraischwert, eine einhändig geführte Reiterwaffe. Wobei sich ja für die Krummschwerter im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff "Säbel" (was ja auch nicht immer Korrekt ist) eingeprägt hat.
Daß es verschiedene Arten von Samuraischwertern gibt wissen wir ja beide. Und daß Katana und Wakizashi, Tachi u.a. Samuraischwerter in unserem Sprachgebrauch generell als Schwert bezeichnet werden ist inzwischen "unabänderlich".
Übrigens zeigen neueste metallurgische Forschungen an europäischen Klingen daß diese sehr viel hochwertiger waren als manch Laie annimmt und den Vergleich mit asiatischen Klingen nicht scheuen brauchen. ... Auch europäische Meister/Klingenschmiede beherrschten das feuerverschweißen mehrfach torsionsgeschmiedeter Verbundstähle (hunderte bis tausende Lagen) sowie die Kombination von Eisen (Flexibel) als Kern/Rücken der Klinge und angesetzten feuerverschweißten Stahlschneiden, welche ebenfalls seperat nachgehärtet wurden. ... Es ist schon etwas "seltsam" daß viele Europäer mehr Kenntnisse, Geschichten oder auch Mythen über die Samuraischwerter kennen ... während sie über europäische Schwerter und Fechtkunst maximal das wissen was ihnen die unseeligen Hollywood-Ritter-Schinken oder Mystery und "Welt der Wunder" vermitteln. ...
Während die Japaner seit ca. 100 Jahren ihre Tradition, hinsichtlich Handwerks- und Kampftechnik, wiederbelebt haben und pflegen ... werden europäische Künste derzeit mühsam rekonstruiert. ...
@ Eggi ... können wir zum VT gern mal drüber reden. ... Geil wär ja mal eine Vorführung im Iai-Do. ... Die letzte Iai-Do Demonstration (live nicht Video) sah ich 1993 durch einen japanischen Meister. ... Echt beeindruckend !
Nun denne ... Du kennst ja die 3 "Großen M" ... Masamune, Murasawa und Musashi
eggi
@Blacky:
Zu den nicht bekannten europäischen Traditionen bin ich ebenso traurig.
Kennt sich der Teutsche doch eher im feuchten Spanien oder Thai Reich aus.
Aber frag doch mal einen, wo die best erhaltendste Befragungskammer ist.
Der fragt Dich doch glatt "Stolpe, was issn das"
Zum Thema VT; ....wenn ich mich dann schon besser bewegen kann,
so glaube ich, es lässt sich einrichten.
Ist übrigens eine super Idee,
denn ich las in der Ausschreibung"kultureller Beitrag...???"
Wie wäre es denn wenn jeder der einer Kunst frönt,
diese kurz vorstellt !?
Ach ja Traditionen: Es haben sich viele Sachen parallel auf den Kontinenten entwickelt.
Bestes Beispiel für mich immer:
Die Schwertpositionen -aufrecht über dem Kopf- ist in der europäischen Schwertschule "Die Wacht des Falken-la poste di falcone" und im japanischen identisch mit "-die obere Position- jodan no gamae ZEN KUTSU TACHI "
Bis zum VT.
Gruß eggi
Jens Michael
...was lese ich denn hier feines, sehr schön, weiter so, als Karate Do-Traditionalist kann ich das nur bestätigen...!!!
eggi
Arnis-Die Kunst der wirbelnden Stöcke!
(Das Buch dazu trägt den gleichen Titel.)
Viele Kampfkünstler werden nicht viel über die philippinischen Kampfkünste wissen und annehmen, dass es sich nur um eine Mischung aus den schon bekannten Techniken anderer asiatischer Kampfstile handeln müsse.
Dem ist aber nicht so!
Arnis ist eine Form der philippinischen Kampfkünste. Arnis ist auch als Eskrima oder Kali bekannt. Die Kunst des Arnis gehörte zu einer Reihe an Künsten und Traditionen der südostasiatischen Kriegerkaste Maharlika. Als Kriegskunst beinhaltete sie mehrere Aspekte des Kampfes, wobei das Hauptaugenmerk auf bewaffnete Auseinandersetzungen lag. Die Krieger wurden im Umgang mit Lang- und Kurzschwert, Messerkampf sowie Speerkampf unterwiesen und erlernten zudem noch das Ringen und Schlag- und Tritttechniken. Eine besondere Fähigkeit waren der simultane Umgang mit zwei Waffen des gleichen oder unterschiedlichen Typs, sowie die Verteidigung unter Gebrauch von alltäglichen Gegenständen.
Allerdings wurden die Künste, bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, lediglich innerhalb des eigenen Stammes beigebracht. Beim Training wurden zumeist Rattanstöcke, anstelle von Schwertern, verwendet, um das Verletzungsrisiko möglichst gering zu halten. Noch bevor junge Krieger den Umgang mit dem Schwert erlaubt waren, mussten sie ihr Können mit schweren Hartholzstöcken aus Bahi oder Kamagong, auch bekannt als Eisenholz unter Beweis stellen. Diese Stöcke imitierten das Gewicht und die Länge eines echten Schwertes. Die Ausübung der Kunst wurde 1764 offiziell von der spanischen Kolonialmacht verboten und so übten die Krieger ihr Können im geheimen. Viele verbanden die Kampfkunst mit der südostasiatischen Tradition der Folkloretänze und versteckten ihr Wissen für die Nachwelt auf diese Weise.
Der Begriff Arnis ist eine Verballhornung des spanischen Wortes „Arnes“, zu Deutsch “Harnisch“. Der Begriff resultiert daher, dass die spanischen Besatzer, die zuerst 1521 auf den Philippinen landeten, in ihren Rüstungen zu ungelenk und schwer waren um gegen die Maharlika zu bestehen.
Das philippinische Arnis hat eine über 1000 jährige Tradition, die ihren ersten Höhepunkt in dem historischen Sieg des philippinischen Anführer LAPU-LAPU über Ferdinand Magellan im Jahre 1521 auf Mactan Island bei Cebu erlebte und mit einem Denkmal als einer der berühmtesten Volkshelden gefeiert wurde. Nach diesem Sieg begannen sich die Philippinos auf den Kampf mit den Stöcken zu spezialisieren, einer unter den spanischen Besatzern (ca. 1549 – 1898) gefürchtete Kampftechnik, die heute weltweit unter dem Namen Arnis bekannt geworden ist. Arnis, als Kampfkunst mit einem, etwa 60 bis 70cm langen Stock aus gehärtetem Rattan-Holz entwickelt, gehörte zu den wichtigsten Kampfsystemen, mit dem sich die philippinischen Ureinwohner gegen die mit Schwertern und Rüstungen schwer bewaffneten Eroberer erfolgreich zur Wehr setzten.
Im Verlaufe der Jahrhunderte entwickelten sich auf den über 7000 Inseln der Philippinen unter dem Einfluss verschiedener Kulturen viele unterschiedliche Kampftechniken, wie KALI und Escrima, die heute unter den Begriff Arniszusammengefasst werden.
Was aber ist Arnis?
Arnis ist weitaus mehr als nur Stockkampf! Natürlich erlernt man zuerst den Umgang mit dem Stock, je länger man Arnis betreibt, desto klarer wird es, dass es sich nicht um eine simple Stocktechnik handelt, sondern dass es hier vielmehr um ein allgemein anwendbares Prinzip der Kampfkunst geht.
Mit dem Erlernen der Techniken schult der Schüler seine Reflexe, seine Schnelligkeit sein räumliches Sehvermögen, seine Konzentrationsfähigkeit, sowie seine Koordinationstechnik. Obendrein erlangt er mit zunehmender Praxis ein gesteigertes Selbstbewusstsein und eine daraus resultierende innere Ruhe. Dieses wiederum befähigt ihn, den Trainingspartnern Respekt, aber auch Nachsicht entgegenzubringen.
In einer Vielzahl der südostasiatischen Kampfkünste erlernen Schüler erst den verantwortungsvollen Umgang und die Verteidigung mit Waffen und dann erst den unbewaffneten Kampf. Arnis bildet hier keine Ausnahme. Zumeist werden mit 60 bis 70 cm langen Rattanholzstöcken Doppel- und Einzelstocktechniken trainiert. Bei fortgeschrittenen Schülern werden die Prinzipien des Stockkampfes auf andere Teile der Kampfkunst ausgeweitet.
Das Prinzip des Arnis!
Es geht darum, die mit dem Stock erlernten Techniken umzusetzen, das heißt, dass der Arnis-Kämpfer die Stocktechniken auch mit anderen Gegenständen anwenden kann. Von dem Regenschirm zur Cola-Flasche, vom Handtuch über die Handtasche bis zum Kugelschreiber, alles wird in den Händen eines Arnis-Kämpfers zur gefährlichen Waffe.
Selbst ohne Waffen sind die gleichen Techniken effektiv anwendbar.
Es werden neben der waffenlosen Anwendung, Techniken von folgender Art trainiert:
• Stock (aus Rattan, ca. 60 bis 70 cm, Einzel- oder Doppelstock, ergo mit zwei Stöcken)
• Messer
• Alltagsgegenstände (kleine Gegenstände wie z. B. Kugelschreiber oder Lippenstift, flexible Gegenstände wie z. B. Gürtel, Handtuch oder Rucksack)
• Klingenwaffen (wie Macheten, Messer oder Schwerter; werden im Training meist mit dem Stock "simuliert")
• Kombinationen der obigen Waffen (z. B. Espada y Daga - Stock/Schwert und Messer)
Die Anwendung des Rattanstocks (Stick) kann in drei Segmente beschrieben werden. Gegriffen wird der Stock so, dass zwischen Stockende und Hand ein Daumenbreit Platz gelassen wird. Dieses Ende wird Butt (oder Punyo) genannt und kann auf kurze Entfernungen eingesetzt werden.
• Mit dem mittleren Teil des Stockes wird bei Combat-Arnis geblockt.
• Das obere Drittel des Stockes dient zum Angriff, es wird versucht mit der Spitze den Gegner zu treffen, da hier die Auftreffkraft und die Reichweite am Größten ist.
Arnis: klassisch und modern
Der Unterschied zwischen klassischem und modernen Arnis lässt sich mit den Verschiedenheiten zwischen Iaido und Kendo vergleichen. Während das klassische Arnis die ursprüngliche Kriegskunst ist, ist das moderne Combat-Arnis die Übertragung und Weiterentwicklung der alten Techniken auf Stöcke und alltägliche Gegenstände.
Das moderne Arnis hingegen wuchs erst zur Kunst heran, als die spanische Kolonialmacht 1764 die Ausübung der Kunst verbot und die Bevölkerung entwaffnete. Man sah sich gezwungen, im geheimen und ohne den Gebrauch der eigentlichen Waffen die Kunst weiterzuvermitteln. Daraus entwickelten sich auf Schlagwaffen zugeschnittene Techniken, neue Bewegungsschemata sowie Kampf- und Verteidigungstaktiken.
Unterschiede zwischen der modernen und klassischen Kampfkunst lassen sich bei der Durchführung der Kampftechniken sehen: Anfänger im klassischen Bereich trainieren ihre Techniken genau wie Schüler des modernen Arnis mit Stöcken. Nach Jahren andauernden Trainings, ist es auf den Philippinen allerdings üblich, dass die Schüler mit scharfen Klingen entweder allein oder mit Partnern üben. Nur so können sie zu Meistern des Arnis werden. Da das klassische Arnis eine Klingenkunst ist, bei der man den Gegner schneidet, werden die Angriffe durchgezogen und wirken deswegen runder als beim modernen Arnis. Dort handelt es sich um Schlagtechniken, bei denen nach einem Angriff die Waffe wieder zurück in die Ausgangshaltung zurückweicht. Zudem weisen die Grundschulen unterschiedliche Verteidigungsarten vor. Während man einen Stock greifen kann, ist dies bei einer Klinge nicht möglich. Daraus erfolgt für Anfänger, dass die Verteidigungs- und Entwaffnungstechniken, des klassischen schwerer in ihrer Durchführung sind, als die modernen. Im weiteren Verlauf des Studiums der Kunst gleichen sich beide allerdings immer mehr an.
Graduierungen wurden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts für die Menschen im Westen eingeführt. Sie gehören somit nicht zur eigentlichen Tradition der Kampfkunst. Es ist festzustellen, dass verschiedene Verbände, ob gleich sie auch denselben Stil beibringen, unterschiedliche Graduierungen haben können. Ein Schüler- oder Meistergrad lässt sich zudem nicht von einer Schule auf eine andere übertragen.
Beim Combat-Arnis wird zwischen Schülergraden (Klase) und Meistergraden (Dan bzw. Antas) unterschieden. Im Gegensatz zu anderen Kampfkünsten, zum Beispiel Judo, erhalten Anfänger keinen weißen Gürtel, sondern müssen diesen zunächst in einer Prüfung erlangen. Im Combat Arnis tragen die zehn Schülergrade keine Gürtel, sondern unterscheiden sich durch die Farbe ihrer T-Shirts (1. Schülergrad weiß bis 10. Schülergrad schwarz).
Der Meistergrad berechtigt zum Tagen des rotenT-Shirts. Zu den Shirts wird eine rote Hose mit schwarzem Seitenstreifen getragen, ab dem 2. Antas auch eine dazu passende Jacke/Weste.
Die Arnisausbildung innerhalb der IMAF/DAKO basiert hauptsächlich auf dem COMBAT ARNIS, dem Stil vom Großmeister CUI BROCKA und Großmeister HANS-D. RAUSCHER 8. DAN ARNIS. Neben den Combat Arnis Techniken, z. B. den Block-, Gegenangriff- und Entwaffnungstechniken, wird der Schüler aber auch Schritt für Schritt in die klassischen Techniken des Arnis unterwiesen, wie z. B. in die Stile HIRADA, ABANIKO oder ESPADA Y DAGA.
Cui Brocka schuf nach längeren Forschungen den besonders schnellen und kraftvollen Combat-Arnis-Stil, der sich speziell für Europäer und Amerikaner, auch aufgrund seiner einfachen und intelligenten Methodik und Systematik, sehr gut eignet.
Heute ist Arnis ein blitzschneller Sport (die Stöcke können bis 170km/h erreichen), ein erstklassiges Reaktionstraining, aber besonders auch eine wirkungsvolle Selbstverteidigung, wenn man die Prinzipien richtig verstanden hat, so dass man z.B. mit einem einfachen Regenschirm, einer Handtasche, einer Tasche oder Rucksack, einem Buch oder Schlüsselbund, ja sogar mit einer zusammengerollten Zeitung, in einer Weise Abwehrtechniken durchführen kann, bei denen selbst erfahrene Tae-Kwon-Do-, Karate-, Jiu-Jitsu-, Kung-Fu- oder Judo-Kämpfer, ja sogar Eliteeinheiten wie SEK, MEK, KSK und GSG 9 ins Staunen geraten.
Combat-Arnis ist in seiner Vielseitigkeit eine ideale Ergänzung für jeden Sportler der waffenlosen Kampfkünste.
Gruß eggi
krieger
Betreibe seid 1993 Newman Escrima auch eine Form des Escrima(abschirmen, kleines Scharmützel) verwenden auch Stock, Messer , Langstock europäische Schwerter oder MES, EMS, Handy oder Kugelschreiber. Wichtig sind die konzepte die dahinter stehen.
Krieger
eggi
Sehr schön @krieger,
Schreibst Du uns etwas zu dem Stil?
Was ist daran anders?
Mehr auf Wettkampf oder streetfight ausgerichtet?
Die Grundkonzepte müssten ja gleich sein oder?
Gruß eggi
divemasteruli
Hallo eggi !
Vielleich solltest Du Renato bitten,daß er die beiden Themen zusammen legt.Es ist schade,daß Deine Abhandlung zu bzw. über den Schwertkampf soweit Abseits liegt.
Kampfesgrüße Uli
eggi
Iaido:
Iaido ist die „Kunst das Schwert zu ziehen“, stammt aus Japan und gehört zum großen Bereich der Budo als Oberbegriff der Kampfkünste (Bu von Bushi-Krieger, Do-Weg).
Es ist aus der Kampfkunst der alten Kriegerkaste Japans, der Samurai, entstanden. Das Schwert ist das wichtigste Trainingsgerät eines Iaidoka. Es wird hauptsächlich mit dem Langschwert, dem Katana geübt. Dieses wird ein- oder beidhändig geführt. Anfänger beginnen mit einem Holzschwert, um die Bewegungsabläufe zu erlernen, ohne Gefahr zu laufen, sich mit der Klinge selbst zu verletzen. Fortgeschrittene üben in der traditionellen Kleidung (Hakama, Iai-Obi und Keiko-Gi) und benutzen ein Iaito, ein Übungsschwert, um die korrekte beidhändige Handhabung des Ziehens, Schneidens und des Zurückführens zu erlernen. Diese handelsüblichen Iaito haben eine stumpfe Klinge aus einer relativ weichen Metalllegierung (zumeist Aluminium) mit vollständiger Griffmontierung und Saya. Das Iaito entspricht in Form und Gewicht einem echten Katana, oftmals sind die Iaito originale Abbildungen. Manch ein Iaidoka ließ/Läßt sich in Japan ein eigenes Originales Katana anfertigen, welches aber aus Sicherheitsgründen abgestumpft ist. Geübt wird Iaido in Form von Kata, wobei jede Kata-Form ein spezieller Ausschnitt aus einer realen Schwertkampfsituation ist. Hauptaugenmerk ist hier das Erlernen der Handhabung und des Tempos. Iaido wird hauptsächlich allein ausgeführt, unter Vorstellung eines imaginären Gegners oder Situation. Um Distanz und fließender Bewegungsabläufe zu erlernen, werden auch Partnerübungen mit einem oder mit bis zu vier Gegnern durchgeführt.
>>>>Iaido ist KEIN japanisches Fechten, wie irrtümlich angenommen wird.<<<<
Das japanische Schwert.
Zeitliche Epochen
KOTO : frühe Schwerter
Die Entwicklung die zur Herstellung der japanischen Schwerter führte, stammte aus China
und wurde im Zuge des Koreakrieges nach Japan eingeführt. Die ältesten Schwerter konnten
bis ins 5. Jahrhundert a.d.zurückdatiert werden. Diese Klingen, genannt „chokuto“ waren
gerade und hatten eine Schneide.
In der Heianperiode (794-1185) wurden die Herstellungsmethoden weiter verbessert.
Die Klingen wurden gekrümmt hergestellt, was zusammen mit anderen Methoden (Ashi) half,
die Bruchfestigkeit zu erhöhen. Diese Schwerter, genannt „tachi“ wurden mit der Schneide
nach unten getragen.
In der Kamakuraperiode (1185-1333) beherrschte die Kriegerkaste Japans. In dieser Zeit
erlebte die Schwertherstellung ihren Höhepunkt. Bis dahin wurden die Schwerter aus einem Stück Stahl geschmiedet. Jetzt wurden verschiedene Stahllagen, verschiedener Härten miteinander verbunden. Die tachi wurden breiter, dicker und schwerer, was eine beidhändige Benutzung erforderlich machte.
Der Bereich der gehärteten Schneide wurde breiter und konnte öfter nachgeschliffen werden. Die bekanntesten Schmiede dieser Periode sind auch Synonym für exellente und individuell gefertigte Schwerter : Tomonari, Gotoba, Hisakuni, Norimune und Masamune.
In der Nanbokuchoperiode (1333-1392)bündelten sich die verschiedenen Schmiedearten in 5 Schulen, die nach den Provinzen benannt wurden in denen sie beherbergt waren :
die Soshu-, Bizen-, Yamashiro-, Yamato,- und Minoschule.
Diese Schulen wurden die Gokaden „ Die Fünf Traditionen“ genannt.
Während der Muromachiperiode (1392-1568) herrschte aufgrund vieler Kriege ein erhöhter Bedarf an Schwertern. Dies führte letztlich zu einer Massenproduktion und Qualitätsminderung.
SHINTO : neue Schwerter
Eine Weiterentwicklung vollzog sich in der Momoyamaperiode (1568-1603) und führte zu der
Herstellung von zwei verschiedenlangen Schwertern dem „katana“ und „wakizashi“, die zum
Markenzeichen der Samurai wurden. Die nun hergestellten Schwerter wurden nicht mehr den
fünf Traditionen zugerechnet.
Mit dem Beginn der Edoperiode und Machtübername des Tokugawa-Schogunates (1603) vollzog sich ein grundlegender Wandel.
Die Schwerter wurden in dieser Friedenszeit nicht mehr auf dem Schlachtfeld benutzt,
Feuerwaffen und importierter Stahl hielten Einzug nach Japan und veränderten so das Umfeld für Schmiede. Die Qualität dieser Klingen war sehr unterschiedlich und es gab um 1780 sogar Bemühungen an die Technik der fünf Traditionen anzuknüpfen. Schwerter aus dieser Zeit wurden „shinshinto“ genannt. Die Qualität der alten Schwerter wurde aber nie wieder
erreicht, viele Schmiede verarmten und mußten ihren Beruf aufgeben. Erst mit Beginn der Meiji Restauration (1876) wurde die Schwertschmiedekunst wieder populärer.
GENDAITO : moderne Schwerter
Schwerter seit der Meijizeit wurden beeinflußt durch japanische Kriegsunternehmungen. Die
Klingen waren Massenprodukte für die Armee und wurden aus schlechtem Stahl hergestellt.
Sie hatten zwar noch die Form traditioneller Klingen, waren aber weder handgeschmiedet
noch hatten sie gehärtete Schneiden sowie Oberflächenmuster (hamon).
Schwertschmiedekunst heute
Nach Ende des zweiten Weltkrieges hatten sich Schmiede bestimmten Anweisungen zu
unterwerfen. Bis 1953 verboten die Amerikaner jegliche Herstellung sowie Besitz von
Schwertern. Danach mußte jeder Schmied klarstellen, daß er Kunstobjekte herstellt und keine
Kriegswaffen. Um die Massenproduktion billiger Schwerter ohne ästhetischen Wert zu
verhindern entschied sich die Regierung, folgende Beschränkungen aufzuerlegen :
1. Nur ein lizensierter Schmied darf ein japanisches Schwert herstellen.
- Ein japanisches Schwert ist per Definition ein Schneidinstrument mit einer Klinge über
15.24 cm, einem hamon und einem mekugi-ana. Schwerter unter 15.24 cm werden als
Messer oder „kogatana“ bezeichnet und fallen nicht unter diese Regelung.
- Eine Lizenz kann nur durch eine mindestens 5 jährige Lehre bei einem bereits lizensierten
Schwertschmied erhalten werden.
2. Ein lizensierter Schwertschmied darf höchstens 2 Langschwerter (über 61 cm) oder 3 Kurzschwerter (unter 61 cm) pro Monat herstellen.
3. Alle hergestellten Schwerter müssen registriert werden.
Eine wichtige Anlaufstelle für die Aus- und Weiterbildung sowie Erhaltung und Studien über
japanische Schwerter ist die Nihon Bijutsu Token Hozon Kyokai (NBTHK). Seit ihrer
Gründung 1960 bemüht sie sich um die Weitergabe und Erhaltung der alten
Schwertschmiedekunst.
Adresse: The Nippon Bijutsu Token Hozon Kyokai
4-25-10 Yoyogi
Shibuya-ku
Tokyo 151
Japan
Die Schwertherstellung
Zur Herstellung eines Schwertes so wie wir es kennen, sind viele verschiedene Arbeitsgänge
notwendig. Es lassen sich dabei mehrere Bereiche unterscheiden, für die es jeweils eigene
Berufe gibt. Dies sind z.B. der Schmied, der Polierer, der Habakihersteller und der
Holzschnitzer, der die Saya fertigt. Im folgenden wird das Schmieden und Polieren
ausführlicher dargestellt.
Der Stahl
Die Einzigartigkeit japanischer Schwerter liegt in der Kombination von Stahl und
Herstellungsmethode. Der Schwertstahl wird nicht wie in Fabriken hoch genug erhitzt, um
völlig homogen zu sein. Es ist gerade diese Inhomogenität, die die besonderen Eigenschaften
ausmachen. Für gewöhnlich besteht der Kern des Schwertes aus weicherem Stahl
(„shingane“) und einem Mantel aus hartem Stahl („kawagane“). Die Zone, wo sich beide
vermischen, ist an einer weißen Linie dem habuchi zu sehen. Das Muster, welches durch dieser Linie geformt ist, wird hamon genannt.
Stahl ist eine Kombination aus Eisen und Kohlenstoff, mit steigendem Kohlenstoffanteil wird
der Stahl härter, zuviel Kohlenstoff hingegen macht ihn brüchig. Der Gehalt in japanischen
Schwertern liegt bei etwa 0.7 %. Eisen wird für gewöhnlich aus Erzen gewonnen, für
Schwerter benutzt man hingegen einen feinen schwarzen Sand, genannt satetsu. Um den
Sauerstoffanteil zu verringern und Kohlenstoff hinzuzufügen, wird satetsu in einen
Schmelzofen („tatara“) mit Kohle umgesetzt. Es ensteht eine inhomogene Masse von Stahl,
genannt tamahagane. Dies ist das Ausgangsmaterial zum Schmieden von Schwertern.
Oroshigane: Vorbereiten des Stahls
Zuerst werden die verschiedenen Stücke tamahagane nach ihrem Kohlenstoffgehalt hin
aussortiert. Dann werden diese Stücke in einem Schmelzofen dahingehend aufbereitet, daß ein
Stahl entsteht, der zum Schmieden und Falten geeignet ist.
Tsumiwakashi: Vorbereitung zum Schmieden
Stücke des entstandenen Stahls werden erhitzt und zu dünneren Scheiben gehämmert. Diese
werden zerbrochen und aussortiert. Die gewünschten Stücke werden nun auf einer Stahlplatte
mit Griff aufgehäuft erhitzt und zu einem Block zusammengeschmiedet.
Kitae: Schmieden
Der Block wird nun abwechselnd in die Länge getrieben und anschließend entweder längs
oder quer gefaltet. Dies geschieht so oft, bis der Block keine sichtbaren Lücken mehr enthält,
also eine „Masse“ geworden ist, in der Regel etwa 14 mal. Jetzt liegt der Kohlenstoffgehalt
etwa bei 0.7 %, da bei jedem Falten Verunreinigungen (und Kohlenstoff) entfernt werden.
In diesem Zustand befinden sich etwa 6500 Lagen Metall pro Zentimeter übereinander.
Je nachdem, ob man den Stahl längs oder quer gefaltet hat erhält man entweder ein Linien oder ein Holzmuster im Block. Dieser Block wird nun zu einem U geformt, in dessen Mitte
nun ein geschmiedetes Stück weicheren Stahls eingelegt wird.
Tsukurikomi: Formen des Stahls
Nun wird das ganze zusammengeschmiedet, so daß der weichere Teil komplett vom härteren
eingeschlossen wird.
Sunobe: Formgebung
In dieser Phase läßt der Rohling seine spätere Form erkennen. Dabei wird nun darauf geachtet,
daß er eine einheitliche Stärke besitzt.
Hizukuri: Formen der Schneide
Der Rohling wird zum wiederholtenmale erhitzt und nun von einem Ende zum anderen der
Länge nach überarbeitet. Feinheiten werden nun sichtbarer. Schneide, Griff und Spitze werden herausgearbeitet.
Shiage: Überarbeitung
Nach dem Schmieden werden nun mit einem gehärtetem Messer („sen“) Unebenheiten der
Oberfläche abgehobelt. Das Schwert hat nun schon ein sehr definiertes Aussehen. mit eigenen
Charakteristika.
Tsuchioki: Herstellen des Hamon
Gehärteter Stahl kann geschärft werden und ist somit für die Schneide gut geeignet, ist aber
für den Gebrauch an den Seitenflächen zu wenig flexibel. Japanische Schmiede entwickelten
Techniken um nur die Schneide zu härten. Der Übergang zwischen gehärtetem und
ungehärtetem Stahl ist der Übergang zwischen zwei kristallinen Strukturen und wird im
hamon sichtbar. Das Aussehen des hamon ist gänzlich dem Schmied überlassen, es ist
sozusagen seine zweite Unterschrift. Der Härtungsprozeß verläuft folgendermaßen :
Die Klinge wird mit einer Mixtur aus Lehm, feiner Holzkohle, pulverisiertem Sandstein und
Wasser bestrichen, dicker im oberen Bereich, dünn an der Schneide. Die Art des Auftrags an
der Schneide, mit feinen zusätzlichen Streifen des Gemisches bestimmt das Aussehen des
hamon, hat aber noch einen zusätzlichen Effekt, nämlich vermindert die andere entstehende
Kristallstruktur mögliche Schäden im späteren Gebrauch.
Yaki-ire : Härten
Anschließend wird das beschichtete Schwert getrocknet, dann erhitzt und in Wasser
eingetaucht. Dort wo die Lehmschicht dünner ist, kühlt sich der Stahl schneller ab und
verändert seine Struktur, er wird härter.
Die Schwierigkeit besteht im Erhitzen auf die richtige Temperatur. Deshalb wird diese Arbeit
Nachts ohne Licht ausgeführt, so daß der Schmied die richtige Temperatur des glühenden
Schwertes abschätzen kann.
Das Schwert wird aus dem Wasser genommen und erneut leicht erwärmt um anschließend
wieder im Wasser abgekühlt zu werden. Dieses Tempern der Klinge stabilisiert die
entstandenen Kristallstrukturen.
Die Lehmschicht wird nun mit einem Schleifstein entfernt, und die Klinge gesäubert. Ist man
mit dem entstandenen hamonmuster unzufrieden, kann man das Schwert erneut hocherhitzen
und zu tsuchioki zurückkehren.
Sorinaoshi: Die Krümmung optimieren
Während yaki-ire verstärkt sich die Krümmung des Schwertes, so daß eine Überarbeitung
notwenig sein kann. Dies geschieht durch Hammerschläge auf den oberen Teil. Bei einer zu
kleinen Krümmung wird das Schwert stückweise auf einem glühenden Kupferblock erhitzt
und im Wasser abgekühlt.
Kajitogi: erste Politur
Obwohl die Politur strenggenommen Werk des Polierers ist, geben viele Schmiede ihren
Schwertern eine erste grobe Politur damit die Charakteristika der Klinge vom Polierer nicht
mehr verändert werden, außerdem lassen sich eventuelle Unregelmäßigkeiten des Schwertes
feststellen.
Hi: Rillen
Blutrillen sind ein weiteres dekoratives Element eines Schwertes, und verringern dessen
Gewicht. Sie werden erst in dieser Phase hergestellt. Dazu wird die voraussichtliche
Linienführung mit einem Stift aufgezeichnet und anschließend mit gehärtetem Werkzeug
herausgeschnitten.
Nakago: der Griff
Das Griffende des Schwertes bekommt ein feines Muster eingefeilt, wird aber zeitlebens nie
poliert. Zum Schluß wird mit einem Bohrer das mekugi-ana gebohrt.
Mei: die Signatur
Nun kann das Schwert zur weiteren Fertigstellung an den Polierer weitergegeben werden. Erst
wenn es komplett fertig ist, und in jedem Detail den Wünschen des Schmied entspricht,
signiert er es mit einem kleinen Meissel und Hammer.
Die Politur
Auch die Politurphase gliedert sich in viele verschiedene Abschnitte, der Einfachheit halber
wird hier nur ein kleinerer Abriß dargestellt.
Vor Jahrhunderten als Schwerter noch auf dem Schlachfeld benutzt wurden, war es die
Aufgabe des Polierers Schwerter zu schärfen und beschädigte Klingen zu reparieren. Im Laufe
der Zeit, als Schwerter immer mehr zu Kunstobjekten wurden, kamen zusätzliche Aufgaben
für den Polierer hinzu. Er ist es, der die Arbeit des Schmiedes vervollkommnet, indem er die
Form des Schwertes durch die Politur unterstreicht, und Details herausarbeitet. Auch ist es
wichtig für ihn zu wissen, was für ein Schwert er polieren soll, da selbst eine sehr gute Politur
höchstens 100 Jahre hält. Alte Schwerter z.B. können schon sooft poliert worden sein, daß
eine weiter Politur das hamon zerstören könnte. Ähnlich verhält es sich mit der Beseitigung
von Schäden. Der Polierer könnte wohl eine Delle beseitigen, würde dabei aber vielleicht das
Wesen des Schwertes verändern.
Jegliche Art von Poliersteinen hinterlassen Spuren auf dem Stahl. Wenn das Schwert vom
Schmied kommt, hat es schon eine Grobpolitur hinter sich. Der Polierer benutzt nun eine
Anzahl von Steinen unterschiedlicher Körnung nacheinander, bis der Effekt des feinsten
Steines kleiner ist als die Strukturvariation des Stahls. Bei der Abschlußpolitur („shiagetogi“)
wird nun sehr feines Material benutzt, vergleichbar mit ganz dünnem Schmiergelpapier. Es
folgen noch einige kosmetische Operationen. Bei nugui werden gefilterte feine
Eisenoxidpartikel auf die Klinge aufgetragen und mit Baumwolle wegpoliert. Diese Partikel
lassen den Stahl dunkler erscheinen und heben so Oberflächendetails hervor. Mit weiteren
Poliersteinen wird nun das hamon und hadori herausgearbeitet, so daß es weißer erscheint.
Ganz zum Schluß folgt das Brünieren der Fläche zwischen mune und shinogiji, dem Teil
zwischen Rücken und Blutrille. Bei diesem mikagi genannten Prozeß wird die Klinge
gesäubert und mit einem feinen Puder ibota (gewonnen aus der Asche eines bestimmten
Insektes) bestäubt. Dieses wird eingerieben, wobei anschließend eine Stahlklinge über diese
Flächen gezogen wird, bis eine ebene spiegelartige Oberfläche entsteht, die im Kontrast zum
übrigen Schwert steht.
Insgesamt dauert die Arbeit des Polierers an einem Langschwert etwa 10 - 21 Tage je nach
Umfang der Aufgabe.
Das Schwert ist dann soweit fertig, daß es zur Vervollständigung weitergegeben werden kann.
Es folgen Arbeiten an habaki, tsuba, und saya.
Literaturquellen : L. u H. Kapp, D.F. Draeger
Japanese Swordmanship
Kodansha Verlag
Y. Yoshihara , G.Warner
The Craft of the Japanese Sword
Weatherhill Verlag