Lieferte Robotron die Vorlage für SAP-Software?

Renato
Also die folgende Meldung ist sehr interessant, bitte mal auf den Link klicken.
Welt Online

Zu Mal ich selber mal Robotroner war.
Peter
alles Lüge ! DDR Staatsbetriebe waren alle MARODE und der Ossi zu faul zum arbeiten
Einzelgänger
Au, da habe ich ja ein Bild von meinem zweiten DDR- Computer gefunden, einem K 8915.... Ich wollte beide Computer übrigens einer ständigen Ausstellung DDR- Alltagskultur schenken- die hatten kein Interesse dran. Hatten zu viele schon angeboten bekommen.

Als ich damals die Robotron- Software besorgt hatte, hatte mir einer meiner "Lehrer" aus der Geophysik Leipzig mal gesagt, dass es eine geklaute Database- Version sein soll. Was er meinte, also wer von wem wem geklaut hat- keine Ahnung.

Interessanter Beitrag.

Gruß EG
Blacky
Halte ich schon für sehr wahrscheinlich. ... Gerade in der Grundlagenforschung und im Bereich Großcomputer war die DDR in diesen Jahren sehr viel weiter und näher am Weltstandard als mancher bereit ist zu glauben.

Ne Chance haben die ehemaligen DDR-Softwareentwickler, selbst auf Anerkennung ihrer Leistungen, nicht. ... Es geht um viel Geld und da ist es einfach so daß SAP die besseren Anwälte (bis hin zur politischen Lobby) hat.

Trotzdem immer mal schön zu erfahren daß wir nicht ganz blöde waren.

(Wer weiß denn heute noch daß die DDR-Großrechner von Robotron damals noch mit zur Weltspitze zählten ?)

Blacky - dessen erster West-Laptop nicht einmal eine Festplatte hatte - ( zwei 720 MB Disketten-Laufwerke ... )
Ingo100
Mein erster Rechner an dem wir im Sommer 89 anfingen zu lernen, war ein PC1715W,von denen das Institut 2 oder 3 Stück besaß . Wenn ich mich richtig erinnere war die Befehlssprache noch Englisch .
Skydivekoch
Zitat:
Original von Peter
alles Lüge ! DDR Staatsbetriebe waren alle MARODE und der Ossi zu faul zum arbeiten


kanne

deswegen wollen die ja auch keinen von uns drüben zum arbeiten und machen alle Drecksarbeiten allein, wie Krankenpflege, Gastronomie, Wäscherei, Müllabfuhr und so weiter, deswegen wird wieder gemunkelt das wieder Schächte zum Kupferabbau aufgemacht werden sollen, das Braunkohle ja so schlecht ist zur Energiegewinnung is.
Es war alles schlecht und die Ossis sind ja selber schuld.

Es würde mich ja nicht wundern und die Gerüchte zum Golf stimmen ja auch nicht da diese Karosserieform im Sachsenwerk wohl zwei Jahre vorher entwickelt wurde und heute noch als Modell irgentwo rumsteht.

Uwe uzi uzi uzi uzi uzi uzi uzi uzi uzi
joly
... musste ein wenig suchen.

diese beiden links sind fuer alles was robotron u.a. betrifft
recht interessant. offensichtlich gute leute, die da etwas machen,
bevor das grosse vergessen kommt.

http://www.robotrontechnik.de/

http://www.kc85.de/

denn ansonsten reduziert sich die historie dann auf
die erste tanzflaeche in form des .. mb-chip's.

den heise-bericht mag ich nicht kommentieren.
(sap/robotron ... ???? !!)
aber den threat dazu sollte man gelesen haben.
(www.heise.de)
soviel blasiertheit, halbwissen u. arroganz, abgeshen von auch faktologischem,
ist selbst mir selten begegnet.
das ist der pure west-ost(ddr)-hass.
und, - ich nehme das an,- es sind meist junge menschen, die da meinen
schreiben zu muessen.

nachdenklich
+ salve

joly
martin
Zitat:
Original von Einzelgänger
Au, da habe ich ja ein Bild von meinem zweiten DDR- Computer gefunden, einem K 8915.... Ich wollte beide Computer übrigens einer ständigen Ausstellung DDR- Alltagskultur schenken- die hatten kein Interesse dran.

Willst Du den immer noch loswerden? Ich würde den nehmen.

Zitat:
Original von Einzelgänger
Als ich damals die Robotron- Software besorgt hatte, hatte mir einer meiner "Lehrer" aus der Geophysik Leipzig mal gesagt, dass es eine geklaute Database- Version sein soll. Was er meinte, also wer von wem wem geklaut hat- keine Ahnung.

Na von wem wohl.
Die komplette Softwarebasis für CP/M und DOS war geklaut. Robotron hat da seinen Namen
reingetan, die Programme umbenannt - das war's dann aber auch. Im PC-Bereich gab
es keine DDR-Innovation.

Zitat:
Original von Blacky
Halte ich schon für sehr wahrscheinlich. ... Gerade in der Grundlagenforschung und im Bereich Großcomputer war die DDR in diesen Jahren sehr viel weiter und näher am Weltstandard als mancher bereit ist zu glauben.

Blacky,
was erzählst Du da denn für Sachen?

Also bis ca 1960 würde ich zustimmen, da war Zeiss noch einigermaßen nahe am Film.

Aber alles, was wir sonst noch so kennen: Alles war komplett abgekupfert: GRU hat weg-
gefunden, wir haben das dann als unseres ausgegeben.

Nimm mal (wir fangen ganz groß an) die ESER-Reihe. Also unsere Großrechner. Du willst
mir nicht erzählen, dass IBM die Reihe /360 vom ESER geklaut hat ... nein, es war umgekehrt:
Die Reihe IBM/360 wurde dank GRU im RGW als EC-10xx vollkompatibel nachgebaut.

Blacky, das war übrigens auch so ein Sargnagel: Wer abkupfert, der ist definitionsgemäß
immer später als das Original - wir hatten keine eigene Innovation.

Martin
Blacky
Nun Martin ... da hat man mir wohl zu Zeiten meiner ersten "Computerausbildung" ( eher ne Info-Veranstaltung) belogen. jörg

Zumindest im Bereich Großrechner war man aber , zumindest so ich mich noch erinnere, ne Zeitlang doch nah dran. ... Glaub es gab sogar den Fall daß ein paar unserer Robotron ins westliche Ausland gingen. ... Und "Null-Innovation" halte ich für doch etwas daneben. Auch bei unds gab es damals paar Freaks, welche aus ihren nachgebauten oder illegal von Oma eingeschleusten Brotbüchsen ganz schön etwas rausholten. frown
martin
Zitat:
Original von Blacky
Nun Martin ... da hat man mir wohl zu Zeiten meiner ersten "Computerausbildung" ( eher ne Info-Veranstaltung) belogen. jörg

Bissele schon.
Aber nicht wirklich: Zwar war die Basis geklaut, daher hingen wir überall mehrere Jahre
hinterher. Aber - aaaaaaber: Auf dieser (dann immer schon veralteten Basis) haben unsere
Ingenieure aus Scheiße Gold gemacht! Das mag nun damit zu tun haben, dass unsere Ings.
keinen marktwirtschaftlichen Druck hatten - es ist ja auch ganz schön, Software zu ent-
wickeln ohne permanenten Stress.
INSOWEIT möchte ich die SAP-Klau-Story auch nicht ausschließen, sie würde da durchaus
ins Bild passen. (Obwohl ich denke, dass da ein IMES-Projekt [ich denke an HH-Hafenlogistik]
real von SAP ge***** wurde.)

Zitat:
Original von Blacky
Zumindest im Bereich Großrechner war man aber , zumindest so ich mich noch erinnere, ne Zeitlang doch nah dran. ... Glaub es gab sogar den Fall daß ein paar unserer Robotron ins westliche Ausland gingen. ...

Du scherzt.
Welchen Grund könnte es geben, einen nachgebauten /360 in den Westen zu exportieren?
neh, Hardware und Betriebssystem kamen von denen. - Wie oben erörtert, waren wir in
den 1980er jahren aber durchaus fitt in Anwendungssoftware. In Teilbereichen dem Westen
da deutlich überlegen!

Zitat:
Original von Blacky
Und "Null-Innovation" halte ich für doch etwas daneben. Auch bei unds gab es damals paar Freaks, welche aus ihren nachgebauten oder illegal von Oma eingeschleusten Brotbüchsen ganz schön etwas rausholten. frown

Das ist doch aber mal der Punkt, Blacky.
Auf den nachgebauten Kisten waren wir DEUTLICH innovativ. Keine Frage.

Aber bzgl. der Kisten (Hardware + Betriebssystem) konnten wir nie Akzente setzen.

Martin
Renato
Ja, bei der Hardware muss ich auch sagen, das einige Schaltkreise z.B. beim PC 1715 aus dem Westen kamen, woher ich das weiß? Ich habe mal an diesen Platinen gearbeitet. Einiges ging auch in den Export, so fertigten wir Interface für die Firma Commodore.
Karl-Heinz
Meine ersten Computerberührungspunkte erfolgten über einen

Sinclair ZX 48K,

den ich einen Fähnrich der Na-Werkstatt, mit defekter Tastatur, abkaufen konnte.

" Als Prozessor kommt ein Zilog Z80 (Z80A mit 3,5 MHz) zur Anwendung. Er verfügt über 16 oder 48kByte Arbeitsspeicher und 16kByte ROM. Als Datenspeicher wird ein handelsüblicher Compact Cassetten-Recorder angeschlossen. "

Mit wie wenig man damals doch ausgekommen ist.....und trotzdem hatten wir viele
vergnügliche Stunden und ganz wichtig, mich hielt er von übermäßigen Alk ab.

Gruß Karl-Heinz
Renato
Dieses Flair der ersten Heim-PC war schon eine tolle Sache, wenn ich an meinen Z 1013 denke. Als ich den damals in unserem Jugendclub vorstellte waren viele von den Socken.
Aber kein Vergleich zu westlichen Geräten. Meine Tastatur bestand aus einer Mischung von Klingeltasten und Schalter zum Stellen für Weichen bei der Modelleisenbahn. sachse 02
Berstel
Hallo Kameraden,

ja und nein, angefangen haben die Kollegen vom Robotron ZFT in Dresden zusammen mit der Hochschule für Schifffahrt in Wismar. Denn von da hatte ich mein erstes dBase (Kalkulation vernetzbar). Wir hatten dann das erste Industrienetz in SÖM mit 1715 und 1834 ( die Netzwerkkarten dazu hatte ich entwickelt, geroutet und eingesetzt) es ging um Auftragssteuerung, Lagerhaltung, Produktion, Lohnabrechnung, Arbeitszeiterfassung. Da ich als Ing. für Prüftechnik in der Druckerproduktion gearbeitet hatte. Renato war bei uns als Lehrling, später in BT Worbis.

Unser erster Rechner war ein K1520 Z80 basierend.
Mein eigener war ein ZX81 Nachbau mit eigenem Betriebssystem, Makro programmiert (und zu Fuß, Byte für Byte)

Berstel
Berstel
Hallo Kameraden,

bei uns wurden die 9 Nadler Nadeldrucker Der K Serie 6311,6313 ff und 24Nadler- Farbdrucker, hergestellt. dabei wurde bereits das Testprogramm für jeden einzelnen in Testregal per LAN auf das Gerät überspielt.
Die Drucker gingen ausnahmslos in den Westen mit IFSS, V24 (seriell), Parallel und Comodore Schnittstelle. Diese waren neben OKI die besten auf dem Weltmarkt.
Später habe ich an Thermostreifendruckern für Kassensysteme gearbeitet welche noch heute das von uns entwickelte System benutzen. Dazu war ich am Institut für Vakuumphysik bei M.v.Ardenne in Dresden.

Berstel
Renato
Diese Drucker nannten sich im Westen Präsident. Ich war ganz erstaunt, als ich mir meinen ersten c64 mit Drucker kaufte und den Drucker sah, ich dachte, der sieht aus wie ein Robotroner und beim Öffnen sah man es auch an den Bauteilen.
Ingo100
@renato, vielleicht kennst Du diesen Artikel dazu noch nicht.
Exportgerät Präsident 
martin
Zitat:
Original von Karl-Heinz
Meine ersten Computerberührungspunkte erfolgten über einen
Sinclair ZX 48K,

Karl-Heinz,

da werde ich ja ganz sentimental: Der ZX Spectrum war auch mein erster Rechner. Allerdings
privat; 1986. - Da konnte man einen Rechner noch bis ins letzte Bit verstehen ...

Zu den Druckern: Das war wohl in zwei Schienen. Die 63xx dürften eine Eigenentwicklung ge-
wesen sein - ordentlich schwer waren die ja. - Daneben gab es aber noch eine Gestattungs-
produktion von/mit Epson. Ich habe mehrere Drucker, die vorn Robotron und hinten Epson
gelabelt sind.

Martin
Berstel
Hallo Martin

dazu muß ich Dir gehörig wiedersprechen. Ich habe 20 Jahre im Flachbau der Drucktechnik gearbeitet, davon 17 Jahre als Technologe und Ing.f. Prüftechnik. Aber wir haben zu keinem Zeitpunkt Gestattungsproduktion für Epson gefertigt, es wurde lediglich der K6311 einige für Epson gelabelt. Schwer war die K63xx Serie auch nicht, Aluminium-Traverse und div. verzinkte Stahlteile waren zur Stabilität erforderlich, auch um den Aufschlagdruck der Drucknandeln auf Stahlschiene oder Gummiwalze abzufangen. Das meiste Gewicht hatten das Netzteil und der Schrittmotor zur Kopfbewegung. Die Fertigung wurde in einer Fließreihe später (K6313/14) in zwei durchgeführt. Diese wurden unter dem Namen "Präsident" (256k/RAM/Eprom) ins NSW verkauft. Ab 88/89 wurde auch die SU und das SW bedient. Hier wurden nur Nadeldrucktechnik gefertigt. Im Bereich Rechentechnik wurden Drucker mit Typenscheibe gefertigt welche für den Einsatz mit dem BFA (Buchungs und Fakturierautomat (K1520)) in Rechenzentren vorgesehen waren

Berstel
xde100
Von einer Gestattungsproduktion ist mir auch nichts bekannt - zu DDR-Zeiten sind mir aber tatsächlich EPSON-Drucker über den Weg gelaufen, welche vorn ein Robotron-Schild trugen. Wenn man das abmachte tauchte darunter 'EPSON' auf. Hinten war ein überklebtes Typenschild, wenn man das freikratzte kam ein EPSON-Typenschild zum Vorschein. Konkret waren das nach meiner Erinnerung Epson LX-86 und FX-1050 (oder so ähnlich), die Kisten begegneten mir bei uns an der Uni an den PC1715 und im Ministerium der Finanzen an diverven PC1715 und AC51xx.

xde100