Nahkampf/SV Ausbildung bei den Grenztruppen

hsing-i
jörg Hallo zusammen!

In welchen Maße hatten die Grenztruppen Unterricht in Judo / Nahkampf?

(auch im Vergleich zu den FJ/Aufkl.) - Ich denke, die hatten eine andere Zielsetzung im Nahkampf?

Wird diese Ausbildung im Handbuch für den Grenzdienst dargestellt?

Besten Dank im Voraus!

Flo
Grenzer
Ich versuche mal, richtig zu antworten:

Nahkampfdarstellungen in Handbüchern GT, gab es nicht.
Hier findest Du max. Darstellungen wie etwa: Festnahme/Durchsuchung von Personen

Es gab bei den GT ein Ausbildungsheft (DIN A5) in welchem Nahkamppf erläutert wurde...
Habe ich bisher aber selbst nur auf Bildern im I-Net gesehen.

Wie wurde jetzt der milt. Nahkampf bei den GT gelehrt/ausgebildet:

Hier musst Du ganz klar trennen nach "Dienstgraden".

Der Soldat hatte wohl "nur Ansatzweise" eine Nahkampfausbildung.

Als Unteroffiziersschüler war es leicht intensiver...

Bei Offizioersschülern wurde eigentlich eine gute Nahkampfausbildung durchgeführt.

Aus meiner persönlichen Zeit kann ich mich erinnern, dass wir in einer Waffenkata geschult wurden, mit Prüfungsabnahme.
Ansonsten nur leichte, ich sag mal, Judoelemente wie Fallschule, Würfe auch ein paar Fusstritte/Stöße, Faustangriffe/Handkantenschläge und Abwehrblöcke, alles viel zu kurz gehalten.
Auch hier mussten wir eine Prüfung als Kata absolvieren.
hsing-i
Hallo "Grenzer"! gut

Danke für Antwort!

Ich erinnere mich auch irgendwo mal im Internet was von "Physische Ausbildung für Grenztruppen" inkl. Nahkampf-Heft gelesen zu haben. Weiß aber nicht mehr wo.

Gruß

Flo
Grenzer84
Hallo hsing-i,

war selber fünf Jahre an der OHS der GT und muß aus eigener Erfahrung sagen,die Nahkampfausbildung konntest du in die Tonne kloppen. Ich selber war vor meiner Armeezeit aktiver Judoka und war wirklich auf die Nahkampfausbildung gespannt.Es kam aber nicht rüber was mir neu gewesen wäre.
Im Freizeitbereich gab es an der OHS einen Nahkampfzirkel. Die Jungs hatten echt was drauf. Da gab es welche ,die haben wirklich jeden Tag trainiert. Auf welcher Grundlage die trainiert haben weiß ich leider nicht. Wenn es Dich interessiert kann ich da aber mal nachfragen.

Gruß Grenzer84
hsing-i
Hallo Grenzer84!

Danke für die Antwort!

Nachfragen wäre super!!!

Gruß

Flo
böckchen
Hallo hsing-i,

den Ausführungen von Grenzer kann ich mich nur anschließen! An der U-Schule wurde die Ausbildung übrigens als Grenzdienstbezogener Nahkampf bezeichnet!

Gruß böckchen
Tom297
Jo ,jo die olle "Nahkampfkiste" mit den zerschnittenen Reifenteilen !! Und Fw A. hat sein Mütchen an den Delinquenten gekühlt sachse 02 sachse 02 .Da war ja auch der Kolben der Fecht MPI, welcher in das Gemächt meines Nachbar getreten wurde,weil nicht richtig festgehalten. Nichts ging über praktische Erfahrungen. fetz

Gruß Tom
aru123
An der US Perleberg gab es im Uffz.-Lehrgang mehr oder weniger Grundlagen der Nahkampfausbildung. Erinnere mich immer an die Anweisungen "Würgen! - Lösen"!
Da wir Mädels in der Kompanie hatten, war das manchmal etwas mit Überwindung verbunden da "handgreiflich" zu werden.
Aber Fakt ist - Frauen sind in der Anwendung körperlicher Gewalt konsequent und sehen das nicht als Spiel!

aru123
Tom297
@aru123: Soweit ich weiß wurden nächtliche "Nahkampfübungen" auch im "Fuchsbau" abgehalten !! "Lösen" war da nicht so schnell !! sachse 02

Gruß Tom
Hammers49
Kann mich den Ausführugen von Grenzer nur anschließen.Wir hatten zu meiner Zeit in Berlin keine spezielle Ausbildung.Nur gut,das die Westberliner immer das Gegenteil vermuteten.So hatten sie Respekt vor uns.
MkG
Hammers
Grenzer84
Hallo Flo,

wie versprochen noch einige Auskünfte zum Nahkampfzirkel an der OHS. Die Truppe war gespalten. Die eine Hälfte ist von einem Offizier des Lehrpersonals trainiert wurden. Da soll es ziemlich langweilig und eintönig zugegangen sein. Streng nach den gängigen Vorschriften.
Die andere Hälfte waren die Rebellen, die den Rahmen des Nahkampfzirkels nutzten um ihr eigenes Ding zu machen. Ihre Quellen waren natürlich so bunt wie das Leben selbst. Da gab es primitive Abzüge aus Karatebüchern der damaligen CSSR und sogar westdeutsche Kampfsportbücher. Mein Kumpel, von dem ich diese Info`s habe, hat zum Bsp. in Rostock Judo trainiert. Sein Trainer( ehemaliger Fallschirmjäger ) hat da jede Menge Nahkampfelemente mit eingebracht, die er ( mein Kumpel) dann in Suhl weiter vermittelt hat. Die Jungs standen auch in ständigen Kontackt zu ähnlichen Truppen in der ganzen DDR.
So. Das war alles was ich zum Thema noch ermitteln konnte und hoffe das ich Dir etwas helfen konnte.

Gruß Grenzer84
Markmann
Hier mal ein Auszug aus dem Programm für die 6 Monate-Gefechtsausbildung der Soldaten von 1983:
Physische Ausbilung gesamt 65 Stunden
Ausdauer 4 Std.
Kraft 4 Std.
Sturmbahn und Handgranatenwurf 12 Std.
Nahkampf 35 Std, davon
-Judogrundschule 10 Std.
- Stellungen/Bewegungen 2 Std.
- Angriff ohne Waffen 2 Std.
- Angriff mit Waffen 2 Std.
- Abwehr ohne Wasffen 6 Std.
- Abwehr mit Waffen 8 Std.
- Leistungskontrolle 1 Std.
Härtekomplerx 5 Std.
Komplexes Training 3 Std.
Leistungskontrolle 2 Std.
Damit ist wohl alles gesagt. 35 Stunden genügen, um aus einem sportlich nicht vorbelasteten Laien einen Einzelkämpfer mit dunkelschwarzem Gürtel zu machen.
Früher, also in den 50er Jahren, wurde dem Sport im Allgwemeinen und der "militärischen Selbstverteidigung" mehr Zeit gewidmet. Da gab es in jeder Einheit einen Sportgarten mit Langpferd, Reck, Barren, Sandgrube für Nahkampf und ein Volleyballfeld. Und das wurde in jeder freien Minute (Frühsport, Mittagspause und Dienstschluß) mit voller Begeisterung und freiwillig genutzt.
Markmann
hsing-i
Vielen Dank für diese Infos!!!

Danke für die Recherchen!!!!

Gruß

Flo
hsing-i
Gibt es dieses Handout auch irgendwo einzusehen?

Ich kann mich erinnern es hieß mal auf irgendeiner Homepage:

"Physische Ausbildung der Grenztruppen" inkl Nahkampf!

Mal ne andere Frage, die mich interessieren würde:

Was haltet Ihr als "Vorbelastete" von den ww2 combatives. Ich stehe in Kontakt mit den versch. Leuten deswegen. Hab auch eine Unmenge an versch. Manuals / Handouts/ sehr seltenen Filmen (alle von den unterschiedlichsten "Teilnehmern" wie Amerikaner, Briten, Australier, Deutsche etc) über dieses Thema.

Mein persönlicher Eindruck: Es scheint, dass während des 2. WK eine Hochzeit der Nahkampf-Erforschung und Schulung?! herrschte, die es seitdem wohl nicht mehr gegeben hat. Auch was die Einfachheit und Effektivität anging, waren die Bestrebungen sehr beeindruckend. Wenn man sich z. B. das Handbuch für die Australische Armee und ganz besonders das spezielle Handout für die austr. Commandos anschaut, könnte man vor Neid erblassen. Sehr effektives Jiu-jitsu kombiniert mit alten-Wrestling-Techniken. übel übel!!

Nur mal so ein Gedanke!

Gruß

Flo
surfer
Hallo,
vielleicht kann ich auch mal meinen Senf dazugeben. Ich bin nach meiner Zeit als Uffz.-Schüler noch ein halbes Jahr zur Spez.-Ausbildung als GAK auf einer kleinen Insel gewesen. Kennen nur Eingeweihte. Nahkampfausbildung war dort u. a. mit ein Hauptbestandteil der Ausbildung.
Desweiteren gab es da noch die sog. SiK-27, hatten ihr Domizil in bzw. bei Eisenach. Sind oft auch gemeinsam mit unseren Kämpfern zum Einsatz gekommen. Auch sie hatten eine gute Nahkampf- bzw. Zweikampfausbildung.
Gruß surfer
Grenzer84
Hallo Surfer,
kannst ja mal ein bißchen über Deine Spez.-Ausbildung plaudern. Die kleine Insel kenne ich auch nicht?

Gruß grenzer84
Grenzer
Aber ich kenne diese kleine Insel fetz kiffen
igelvieh
...wo war das Dirk???

Igel
Grenzer
Das war ganz im Norden GR6.
48.Ronin
Hallo hsing-i & Kameraden
Stichwort ww2-combatives: klar, es gab in vielen Ländern viele gute Spezialisten, aber im Nachkriegsjapan haben z.B. die amerikanischen Besatzer auf Befehl des Strategic Air Command (SAC) ihre Leute dann durch die Profis des KODOKAN (Judo) und der NIHON KARATE KYOKAI (JKA=Japan Karate Association) drillen lassen.
Ich habe da einige kurze s/w-Videosequenzen aus den 50-igern, auf denen man eine Gruppe amerikanischer Rundaugen sieht sachse 02 sachse 02 , die gar nicht so glücklich wirken.