| 01.04.2009 11.32 | Renato | Schirme und ihre Daten |
Wäre gut, wenn hier mal eine Sammlung der verwendeten Schirme mit ihren Daten einstellen könnten. |
| 01.04.2009 14.33 | Jörg | |
Fallschirmsprungausbildung und Fallschirmtechnik der NVA ab 1977
Jeder Fallschirmjäger der NVA musste vor seiner aktiven Zeit im FJB (Fallschirmjägerbataillon) oder LStR (im Jahre 1986 wurde das FJB aufgestockt und in Luftsturmregiment umbenannt) eine Laufbahnausbildung für Fallschirmjäger in der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) absolviert haben.
Hier wurde der 16-, 17-, 18-jährige, junge Mann auf seinen Dienst im FJB / LStR vorbereitet.
Diese Vorbereitung umfasste eine allgemein vormilitärische Ausbildung im Schießen, Funken (hier nur Sprechfunk), physischer Ausbildung, Militärtopograhie, Kfz-Ausbildung und das Überwinden von Hindernissen. Das Kernstück der Ausbildung war jedoch das Fallschirmspringen mit militärischer Rundkappentechnik. Hier war es das Ziel, dass der zukünftige Fallschirmjäger 12 (später nur noch 10) Fallschirmsprünge zu absolvieren hatte. Dabei wurden ab dem zweiten Sprung ein konkreter Sprungauftrag erteilt. Hier, beim zweiten Sprung war es bereits das Markieren der manuellen Öffnung. Der dritte Sprung hatte zum Inhalt, das Rettungsgerät zusätzlich zum Hauptgerät zu öffnen. Ab dem vierten Sprung wurde das Springen in der Gruppe trainiert. Viele zukünftige Soldaten erreichten aber bedeutend höhere Sprungzahlen und kamen schon als Fallschirmsprunglizensinhaber zur Truppe.
So konnte im Truppenteil auf bereits bestehende Kenntnisse aufgebaut werden.
Das erste Dienstjahr hatte ein eigenes Fallschirmsprungprogramm zu absolvieren. Dabei war es aber wichtig, dass bereits das erste Dienstjahr in die Lage versetzt wurde, nach Beendigung des Fallschirmsprungprogrammes alle notwendigen militärischen Fallschirmabsprünge durchzuführen.
Es sah für das 1. Dienstjahr wie folgt aus:
1. Einweisungssprung aus 600 m mit 3 Sek. stab. Fall aus AN-2 ohne Ausrüstung
2. Üb-Gefechtssprung aus 600 m mit 3 Sek. stab. Fall aus AN-2 mit teilw. Gefechtsausrüstg.
3. Üb-Sprung aus 600 m mit 3 Sek. stab. Fall aus AN-2 zusätzl. öffnen Rettungsgerät
4. Üb-Gefechtssprung aus 600 m mit 5 Sek. stab. Fall aus AN-2 mit teilw. Gefechtsausrüstg.
5. Üb-Gefechtssprung aus 500 m mit 3 Sek. satb. Fall aus AN-2 mit voller Gefechtsausrüstg.
6. Üb-Sprung aus 600 m mit 5 Sek. stab. Fall aus Mi-8T ohne Ausrüstung
7. Üb- Sprung aus 600 m mit 3 Sek. stab. Fall aus Mi-8T bei Nacht
8. Üb-Sprung aus 600 m mit 5 Sek. stab. Fall aus AN-26 T ohne Gefechtsausrüstung
9. Üb-Gefechtssprung aus 600 m mit 5 Sek. stab. Fall aus AN-26 T mit teilw. Gefechtsausrüstg.
10. Üb-Sprung aus 500 m Sofortöffnung aus Mi-8T ( Wassersprung )
Das zweite und dritte Dienstjahr absolvierten das selbe Fallschirmsprungprogramm.
Dies sah so aus:
1. Üb-Gefechtssprung aus 500 m mit 3 Sek. stab. Fall aus AN-2 mit teilw. Gefechtsausrüstg.
2. Üb-Gefechtssprung aus 400 m mit 3 Sek. stab. Fall aus AN-2 mit voller Gefechtsausrüstg.
3. Üb-Gefechtssprung aus 600 m mit 5 Sek. stab. Fall aus AN-2 mit voller Gefechtsausrüstg.
4. Üb-Gefechtssprung aus 1100 m mit 10 Sek. stab. Fall aus AN-2 mit voller Gefechtsausrüstg.
5. Üb-Gefechtssprung aus 500 m mit 3 Sek. stab. Fall aus Mi-8T mit voller Gefechtsausrüstg
und angelegter pers. Schutzausrüstung
6. Üb-Gefechtssprung aus 500 m mit 3 Sek. stab. Fall aus Mi-8T bei Nacht mit voller GefA.
7. Übungssprung aus 1100 m mit 10 Sek. stab. Fall aus Mi-8T bei Nacht
8. Übungssprung aus 300 m mit 3 Sek. stab. Fall aus AN-2
9. Üb-Gefechtssprung aus 300 m mit 3 Sek. stab. Fall aus AN-26T mit teilw. Gef-ausrüstg.
10.Üb-Gefechtssprung aus 400 m mit 3 Sek. stab. Fall aus AN-28T mit voller Gef-ausrüstg.
Wenn die Zeit, das Flugbenzin und andere Komponenten es zuließen, wurden weitere Sprünge innerhalb des Fallschirmsprunglagers absolviert.
Weiterhin wurde während taktischer Übungen oder einiger Ausbildungskomplexe Fallschirmabsprünge durchgeführt.
Gesprungen wurde in den Fallschirmjägerkompanien mit dem Fallschirmtyp RS 9/2 A (siehe Foto). Als Rettungsgerät war das Be-8 (siehe Foto) für alle Fallschirmspringer das gleiche Modell.
Der RS 9/2 A als auch das Rettungsgerät waren reine DDR Produkte, die in dieser Zeit und auch heute noch absolute Weltspitze für Rundkappentechnik darstellen. Sie wurden im Fallschirmwerk Seifhennersdorf hergestellt. Dieser Schirmtyp ermöglichte es mit automatischer Öffnung (also sofortige Zwangsöffnung) als auch im stabilisierten Fall zu springen. Er besitzt auch heute noch, hervorragende taktisch-technische Parameter und kann so universell für Luftlandeeinheiten, als auch zum Einsatz von Spezialeinheiten zum Einsatz kommen.
Der Schirm gewährleistet:
- optimale Sicherheit gegen unbeabsichtigtes Öffnen,
- hohe Sink-, Richtungs- und Landestabilität,
- Montage eines Fallschirmöffnungsautomaten (KAP-3 oder PPKU),
- das Anbringen eines Rettungsfallschirmes,
- schnelles Trennen von der Fallschirmkappe nach der Landung,
- schnelles Befreien vom Gurtzeug,
- das Auswechseln aller Baugruppen und
- das Mitführen von Bewaffnung und Ausrüstung bis zu einem Gesamtgewicht von 130 kg.
Darüber hinausbesitzt der Schirm folgende, hervorzuhebenden Eigenschaften:
- gleiche Packmethode für alle Einsatzbedingungen
- ein zwangsgerichtetes Öffnungssystem mit hoher Funktionssicherheit
- sofortige Stabilisierung des Springers nach verlassen des Fluggerätes
- wahlweise Einstellung der Flugeigenschaften am geöffneten Schirm
+ gesteuerter Vorschub
+ neutrales Sinken
+ gesteuerter Rückschub (das bedeutet der Schirm kann rückwärts fahren)
- Vorwärtslandungen ohne Eindrehen am Gurtzeug bei 14 m/s Bodenwind
- Anpassen des Gurtzeuges im angelegten Zustand
Technische Daten
- Kappenfläche 66 m²
- Fläche des Stabilisators 0,5 m²
- Anzahl der Bahnen 26
- Reißfestigkeit der Fangleinen 180 kp
- Vortriebsgeschwindigkeit bei eingehängtem Vorschub 3 m/s
- in Neutralstellung 0 m/s
- zulässige Belastung Minimum 50 kp… Maximum 130 kp
- Sinkgeschwindigkeit bei maximaler Belastung 4,8 m/s
- Zeit für eine Umdrehung 360° 7 s
- Einsatzgeschwindigkeit des Fluggerätes 100 ….400 km/h
- zulässige Sprungzahl 250
- Betriebsdauer 8 Jahre
- Lagerzeit im gepackten Zustand 90 Tage
- Überbelastung während der Entfaltung 5 … 6 g
Das Novum bei diesen Schirmtypen der RS-Serie (also der RS 4/1, - 4/3, -4/5 und RS 9/2 A) waren alle dafür vorgesehen, dass die Schirme im stabilisierten Fall gesprungen werden konnten. Das bedeutet, dass ein kleiner Hilfsfallschirm – eben der Stabilisator – der eine Kappenfläche von 0,5 m² besaß, nach dem Absprung sich öffnete, der Rest des Hauptschirmes, also die Hauptkappe mit den Fanglkeinen, im Verpackungssack verblieb. Dieser kleine Hilfsschirm hielt den Fallschirmjäger beim fallen aufrecht und verhinderte unkontrollierte Überschläge. So konnten auch ein im Freifall ungeübte Soldaten mit seiner gesamten Ausrüstung, große Strecken im stabilisierten Fall, der fast genauso schnell war wie der freie Fall, zurücklegen und erst in einer bestimmten Höhe oder nach einer vorgegebenen Fallzeit den Hauptschirm öffnen. Bei kurzen Fallzeiten, also bei drei Sekunden stabilisierten Fall, wurde der Springer nach seinem Abgang durch den Stabilisator, in die günstigste Öffnungsposition gezogen und der Öffnungsvorgang der Hauptkappe konnte optimal erfolgen.
Jeder Fallschirmspringer hatte am RS 9/2 A seinen Öffnungsautomaten, den KAP 3 P oder das modernere Gerät, den PPK - U, der im Falle, dass der Fallschirmspringer den Schirm nicht selber öffnen kann, diesen zwangsweise, in einer vorher eingestellten Öffnungshöhe oder nach Ablauf einer bestimmten Zeit, öffnet.
Dieser Automat öffnet das Doppelkegelschloß, welches manuell durch den Springer durch ein Kabel mit Griff geöffnet werden kann oder aber eben durch den Öffnungsautomaten.
Als Öffnungszeit kann eingestellt werden 2 … 5 s, nach Absprung des Springers vom Fluggerätes.
Entsprechend der Höhe kann der KAP 3 von 500 bis 4000 m, der
PPK-U von 300 bis 8000 m eingestellt werden. (Über Meeresspiegel entsprechend Standartatmosphäre).
Der Automat kann eingesetzt werden von -60° bis + 60°, also praktisch in allen auf der Welt vorhandenen Klimazonen.
Das Rettungsgerät Be- 8 Serie 2 ist ein Personenfallschirm und wird als Rettungsfallschirm unter allen Bedingungen genutzt. Es ist ein Brustfallschirm.
Das Be-8
- bietet Sicherheit gegen unbeabsichtigtes Öffnen,
- Kann mit dem Gurtzeug des Sprungfallschirmes verbunden werden,
- Gewährleistet hohe Sink-, Richtungs – und Landestabilität
- Besitzt eine gute Steuerfähigkeit im entfalteten Zustand und
- Lässt sich mit der linken oder der rechten Hand öffnen.
Techn. Parameter
- Kappenfläche 41,5 m²
- Vorschubgeschwindigkeit 1 bis 2 m/s
- Sinkgeschwindigkeit bei 50 kp Belastung 4,6 m/s
100 kp Belastung 6,5 m/s
130 kp Belastung 7,2 m/s
- Zeit für Kappenumdrehung 360 ° 12 s
- Mindestabsprunghöhe bei horizontalem Flug 60 m
- Mindestöffnungshöhe im vertikalen Fall 125 m
- Geschwindigkeit des Fluggerätes bei sofortiger Öffnung 100 … 250 km/h
+ bei 2 Sek. Verzögerung 251 … 330 km/h
- zulässige Belastung 50 … 130 kp
- zulässige Sprungzahl 6 Rettungssprünge
- Betriebsdauer 8 Jahre
- Lagerung im gepackten Zustand max. 90 Tage
Der Schirm besteht aus 24 Bahnen zu je 5 Feldern aus PSA Gewebe.
Am Rettungsgerät werden das Kappmesser, als auch der Höhenmesser mit Stoppuhr befestigt.
Jeder Fallschirmjäger oder springende Soldat der NVA hat seinen Hauptschirm und sein Rettungsgerät selber gepackt. Alle Packvorgänge wurden von ausgebildeten Packern abgenommen. Dies waren in der Regel die Unteroffiziere / Gruppenführer.
Durch ausgewählte Soldaten des FJB / LStR wurde ab Anfang der 80-er Jahre mit Gleitertechnik gesprungen, die ebenfalls die Volkswirtschaft der DDR seinen Soldaten zur Verfügung stellen konnte, als in NATO-Staaten an solche Schirme für den militärischen Einsatz noch gar nicht gedacht wurde.
Hier sprangen die Angehörigen des Aufklärungszuges und eine ganze Reihe von Berufssoldaten mit diesem Hochleistungsfallschirmsystem. Das war der RL 10/2 st und später der RL 12/2 st („st“ steht für Stabilisierung). Dieses Schirmsystem konnte also auch aus hohen Höhen gesprungen werden und erst kurz über dem Boden geöffnet werden, wenn es denn notwendig war. Vom äußeren sah dieser Schirm im gepackten Zustand dem RS 9/2 A täuschend ähnlich. Dieses Fallschirmsystem wird ebenfalls mit dem Rettungsgerät Be-8 Serie 2 kombiniert. Auch der Öffnungsautomat kommt an diesem Fallschirmsystem zum Einsatz.
Durch diesen Gleiter konnten die Fallschirmjäger bereits Anfang der 80-er Jahre unentdeckt, weit in das rückwärtige Gebiet des Gegners eindringen.
Der RL 12/2 st ist ein Rechteck-Staukammern-Hochleistungsgleitfallschirm, der höchsten Ansprüchen genügt. Er unterscheidet sich im Aufbau und aerodynamischen Eigenschaften grundlegend von konventionellen Rundkappenfallschirmen. Er zeichnet sich besonders durch seine hohe Richtungs- und Landestabilität, sowie durch seine sehr guten Steuer – und Bremseigenschaften, aus.
Der RL 12/2 st ist ein Rückenschirm und wird manuelle oder bei Notwendigkeit durch einen Automaten geöffnet. Er gewährleistet:
- hohe Sicherheit gegen ein unbeabsichtigtes Öffnen,
- die Steuerung der entfalteten Kappe über Steuerknebel,
- die Abbremsung der Eigengeschwindigkeit auf 0 km/h,
- große Sink-, Richtungs- und Landestabilität,
- das Abtrennen der Fallschirmkappe in der Luft als auch am Boden,
- die Montage des Kap-3 oder PPK.- U,
- das Anbringen einen Brustrettungsfallschirmes und
- das Auswechseln aller Baugruppen.
Taktisch – techn. Daten:
- Kappenbreite 5,9 m
- Kappentiefe bei gefüllten Staukammern 3,4 m
- Fläche der Oberkappe 22 m²
- Staukammern 14
- Anzahl der Fangleinen 16
- Anzahl der Zweigleinen 16
- Anzahl der Zweignebenleinen 8
- Steuerleinen mit je 4 Nebenleinen 2
- Nutzlast 50 … 100 kp
- Einsatzgeschwindigkeit 100 … 240 km/h
- Mindestöffnungshöhe 300 m
- Vorwärtsgeschwindigkeit bei max. Nutzlast 9 – 10 m/s
- max. Gleitzahl ca. 2,8 – 3,0
- Sinkgeschwindigkeit in Bodennähe 3 -3,5 m/s
- Zeit für eine volle Drehung 360 ° 2-3 s
- Lagerzeit im gepackten zustand 30 Tage
- Betriebsdauer 8 Jahre
Gruß Jörg
PS. Renato, ich komme nicht mehr in den inoffiziellen Bereich rein. Hab ich was verpaßt?
Gruß Jörg |
| 01.04.2009 14.55 | Fred | |
kurze Bemerkung zum RS 4/3 und 4/4: diese wurden am Verpackungssack mit einem Dreikegelverschluss verschlossen, wogegen der 4/5 nur einen Verschluss besass. Der Verzögerungssack wurde im unteren Drittel durch die Verriegelungsbänder in das Doppelkegelschloss eingehangen, wogegen beim RS 9/2 die Verriegelungsbänder im oberen Drittel lagen. Typisches Zeichen des RS 9/2 war der "Kinderkopf", also der letzte Verschluss des Verpackungssackes der den Stabi beinhaltete und nach Absprung nur diesen Bereich des Verpackungssackes öffnete. Somit konnte niemand beim Absprung in den Öffnungsvorgang des Schirmes fallen.
Gruß Fred |
| 01.04.2009 17.21 | Bernie | |
Original von Jörg:
Durch ausgewählte Soldaten des FJB / LStR wurde ab Anfang der 80-er Jahre mit Gleitertechnik gesprungen, die ebenfalls die Volkswirtschaft der DDR seinen Soldaten zur Verfügung stellen konnte, als in NATO-Staaten an solche Schirme für den militärischen Einsatz noch gar nicht gedacht wurde.
Hier sprangen die Angehörigen des Aufklärungszuges und eine ganze Reihe von Berufssoldaten mit diesem Hochleistungsfallschirmsystem. Das war der RL 10/2 st und später der RL 12/2 st („st“ steht für Stabilisierung). Dieses Schirmsystem konnte also auch aus hohen Höhen gesprungen werden und erst kurz über dem Boden geöffnet werden, wenn es denn notwendig war. Vom äußeren sah dieser Schirm im gepackten Zustand dem RS 9/2 A täuschend ähnlich. Dieses Fallschirmsystem wird ebenfalls mit dem Rettungsgerät BE-8 Serie 2 kombiniert. Auch der Öffnungsautomat kommt an diesem Fallschirmsystem zum Einsatz.
Durch diesen Gleiter konnten die Fallschirmjäger bereits Anfang der 80-er Jahre unentdeckt, weit in das rückwärtige Gebiet des Gegners eindringen.
Richtigstellung:
Der RS-9 wurde Mitte der 70er Jahre entwickelt als Schirm für Kommandoeinsätze (Einsatzgruppentaktik).
Er war bereits mit seinem Erscheinen "moralisch veraltet" !
Im gleichen Zeitraum setzten bereits mehrere Armeen für ihre Spezialisten Gleitschirme z.B. vom Typ MT-1 ein.
Die Entwicklung des RL-10/2 ST ist auf eine Initiative des MfS zurückzuführen, diese hatten in eigener Regie Versuche unternommen.
Der RL-10/2 ST war aber auch bei seinem Erscheinen hinsichtlich seines Öffnungssystems (Reffleine) bereits veraltet. Die Nutzlast des Schirms lag bei 100 kg, war also für militärische Bedürfnisse absolut unzureichend. Zudem war es eine reine Zielsprungkappe mit hohem Profil und ungünstigem Gleitverhältnis. Die Gleitzahl 3 bedeutet auf 3 m Distanz 1 m Sinken.
Zu dieser Zeit war z.B. der G-9 Supergleiter (von Siggi Herbst) schon serienreif.
An einen Rettungssprung nach Versagen des RL-10/2 ST am BE-8 A hängend bei 10 -15 m/s Bodenwind, durfte man gar nicht denken.
Die Amerikaner waren uns in dieser Zeit einen wesentlichen Schritt voraus, sie setzten den MT-1 (9 Zellen) mit der gleichen Kappe als Rettungsgerät mit Geschwindigkeit-Zeitautomat (ähnlich dem jetzigen Cypres) ein.
Soweit zur Überlegenheit der durch uns eingesetzten Technik.
Bernie |
| 01.04.2009 17.49 | Fred | |
wobei ein Gleiter für Massenabsprünge absolut ungeeignet ist. Relativ hohe Öffnung und ein Umherkurven, was jeden Sportschützen freut :kanne: |
| 02.04.2009 09.26 | Bernie | |
@Fred,
absolut richtig, war auch so nie in betracht gezogen worden.
Für Aufklärungs- und Diversionseinsätze mit Absprung von EG aus großen Höhen und weites "Hineingleiten" allerdings bestens geeignet.
Die Betrachtung von Jörg, "Absprung aus großer Höhe und spätes Öffnen" ist absolut indiskutabel. Dazu wurde kein Gleiter benötigt und in der damaligen Zeit wäre das auch absolut tödlich gewesen. Der Gleiter mit Reffleinenöffnung hatte im ungünstigsten Fall eine Öffnungszeit, die einer zurückgekegten Strecke von 400 m entsprach. Bei Einsatz von Schirmen mit dieser Öffnungsvariante wurde bei min. 800 m abgesprungen und sofort geöffnet und das auch nur, wenn es nicht anders ging. Die sonst gebräuchliche min. Absprunghöhe lag bei 1.000m mit Sofortöffnung (Zielsprungwettkämpfe).
Bernie |
| 02.04.2009 10.04 | Bernie | |
@Jörg,
Deine Angaben im letzten Beitrag sind nicht korrekt.
Die Nachrichtenausbildung in der vormilitärischen Laufbahnausbildung Fallschirmjäger wurde im Zeitraum 1973 - 1982 als Tastfunkausbildung durchgeführt.
Die Laufbahnbewerber wurden im Geben von Zahlenkombinationen ausgebildet.
Mit der Weiterentwicklung der Funktechnik, war diese Ausbildung nicht mehr erforderlich und wurde aus dem Ausbildungsprogramm (1982) gestrichen.
Den Fallschirm RL-12/2 ST gab es in der NVA nicht.
Als der RL-10/2 ST in die NVA eingeführt wurde, war der RL-12/2 schon längst aus dem Leistungssportsystem der GST u. SV Dynamo ausgegliedert worden.
Er wurde lediglich an den BAZ-FFA weiterverwendet. Er hatte eine weiche Öffnung und ein gutmütiges Verhalten im Endanflug (durch den Vorflügel), hielt aber bei etwas strafferem Wind nicht genug gegen.
Bernie |
| 17.05.2009 16.45 | fischadler | Fallschirmtechnik |
Nachdem über die letzten Schirmtypen der GST und NVA geschrieben wurde, hier ein paar Notizen zu den ersten Schirmen:
Sprungfallschirm PD-47:
mit oder ohne Verzögerungssack zu springen,
Mindestabsprunghöhe 250 m bei 100 km/h
max. Personengewicht einschl. Ausrüstung 100 kg
Sinkgeschwindigkeit 6 m/s
Vortrieb 1,5 bis 2 m/s
Kappengröße 71,5 Quadratmeter Baumwollmischgewebe
Gesteuert wurde der Schirm durch Pumpen mit jeweils zwei Fangleinen. Um sich nach links zu drehen, mussten zwei rechte Fangleinen (hoch erfassen) tief herabgezogen werden, musste "gepumpt" werden. (Eine volle Drehung konnte fast eine ganze Minute dauern)
Rettungsfallschirm PS-41a:
Rundkappe mit 43,3 Quadratmeter Naturseite mit 24 Bahnen
Mindestabsprunghöhe 80 m
Sinkgeschwindigkeit 6,6 m/s
nicht steuerbar
Das waren noch echte "Fall"schirme.
Grüße von Klaus dem Fischadler
(Die Bilder der Kappen stammen aus "Technische Beschreibung und Anweisung", März 1960). |
| 18.05.2009 03.02 | BöhserOnkel | |
Zum PD 47 ... ich könnte euch veraten wer 2007 anlässlich seines 60`igsten diesen Schirm packen "durfte" ... :lach: |
| 18.05.2009 07.57 | Bernie | |
@BO,
na viel wichtiger wäre doch zu wissen, ob M. aus G. an der W.E. das Packen noch beherrschte !
Bernie |
| 18.05.2009 13.13 | BöhserOnkel | |
Nach reichlich zugeführter alkoholischer Flüßigkeit im Körper und zu vorgerückter Stunde, war dies nur noch in "Gruppenarbeit" möglich ... aber es waren genügend "alte Säcke" (und dies sag ich mit Hochachtung und nicht mit Spot) anwesend, die dies irgendwie schafften ... ich glaub zugemacht ham sie ihn aber nicht komplett, auf Grund von Platzmangel und das fehlen von Zubehör.
Zumindest waren die Meinungen, wie man ihn richtig packt, ziemlich übereinstimmend ... nach gefühlten 25 Min vorrangegangener Diskusion ... :lach:
Richtig gepackt wurde er an dem Abend nicht, ich glaub er wurde dann Lagermäßig zusammengewürfelt ...
Beherrschen tut er es bestimmt noch, schließlich wurde das Teil ja vorher gepackt um den Öffnungsvorgang zu demonstrieren ... aber wielang er dafür braucht und ob mit Hilfe oder ohne kann ich Dir leider nicht sagen.
Aber allein die Tatsache nach einigen Jahrzehnten wieder so ein Teil in den Händen zu halten und damit verbundene Erinnerungen ins Kleinhirn zu rufen, verursachte bei dem ein oder anderen Anwesenden ein Glitzern in den Augen. :gut:
Es gab aber viele "Packhelfer" ... |
| 18.05.2009 13.43 | Bernie | |
@BO,
da kommen Erinnerungen hoch.
Einige habe ich erkannt Axel, Daff, Steiner Karl etc.
Ich wäre auch sehr gerne zur Geburtstagsfeier gekommen, war aber zu diesem Zeitpunkt bereits an die Nordsee verbannt.
Bernie |
| 18.05.2009 14.14 | Sascha | |
es gibt doch mit sicherheit mehr schirme - die die alten hasen erklären könnten oder? |
| 18.05.2009 14.53 | Fred | |
ich kann leider nur RS 4/3, 4/4, 4/5, 8 und 9/2. Bin aber auch kein alter Haase sondern ein schmucker junger Haase :gut: :fetz: |
| 18.05.2009 15.23 | Bernie | |
@Sascha,
welchen möchtest Du den ?
Schirme aus DDR-Produktion:
PD-47
RS-1
RS-4
RS-4/1
RS-4/3 B, C, D
RS-4/4 B (alt)
RS-8
RS-8/A
RS-9
RS-9/1
RS-9/2
RS-9/2 A, B
RS-9/3 (alt)
RL-3
RL-3/2
RL-3/4
RL-3/5
RL-5
RL-5/1
RL-6 (erster DDR-Gleiter)
RL-8
RL-10
RL-10/2
RL-12
RL-12/2
RL-14 (Testserie)
RL-16
RL-16/3
RL-18
PS-41 a
BE-7
BE-3
BE-8
BE-8/2
BE-8/S
S-27/3-53
RE-1
RE-4
RE-5
SE-1
SE-4
SF
KT
MPLK
RG-2
In der DDR eingesetzte Schirme aus der CSSR:
PTCH-T
PTCH-6
PTCH-7
PTCH-8
CZS
In der DDR eingesetzte Schirme aus der UdSSR:
PD-47 (erste Ausstattung)
D-1
D-1/5 U
T-4
UT-15
In der DDR eingesetzte Schirme aus den USA:
Strato-Star
Strato-Cloud
Para-Foil
Diese Aufstellung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit |
| 18.05.2009 15.39 | BöhserOnkel | |
<Klugschei...modus an>
Hab noch den TD2/2 - steht auf der Schirmtasche, Verpackungssack und in der Packanleitung ... dürfte aber identisch mit dem RL16 sein ... :baeeh:
<Klugschei...modus aus> |
| 18.05.2009 16.11 | Bernie | |
@BO,
ja Du hast natürlich recht, der TD-2/2 und weitere Varianten war ein RL-16 in "Tandemverpackung" oder neudeutsch "Piggiback" mit dem Rettungsgleiter RG-2. Es war das erste in Serie gebaute "Rücken/Rücken-System" aus DDR Entwicklung.
Die Entwicklung auf diesem Wege begann mit dem RL-14, bei dem der innere Verpackungssack um 90° verdreht eingelegt wurde. (grausame Öffnungen)
Die Entwicklung wurde nach dem tödl. Unfall von Heidrun Beer eingestellt.
Von den TD-2/2 gab es verschiedene Varianten mit dem Trennsystem aus DDR-Entwicklung oder bereits mit dem 3-Ring System.
Ich habe auch den RS-4/5 in der Aufzählung vergessen - auweia.
Bernie |
| 18.05.2009 19.14 | Sascha | |
bernie - am besten du klingst dich bei der weiterbildung von rené ein - machst ein threat auf - das mache ich auch für dich und stellst jede woche einen schirm vor. was hälst du da von? |
| 19.05.2009 10.59 | Bernie | |
@Sascha,
gute Idee, aber da kommen schon die ersten Probleme.
1. viel zu wenig technische Dokumentation vorhanden,
2. zu wenig Zeit zur Aufarbeitung,
3. zu wenig Zeit für die Veröffentlichung,
etc.etc.
nächste Idee:
Bildung einer Projektgruppe Fallschirmtechnik, die im Rahmen der Aufarbeitung ihren Beitrag leistet.
Die Veröffentlichung der Ergebnisse wird dann ja wohl durch die AG gesteuert.
Bernie |
| 19.05.2009 19.56 | Sascha | |
lass dir doch einfach zeit - stück für stück - wenn nicht du wer dann? |
| 20.05.2009 09.01 | Jörg | |
Original von Bernie
D-1
D-1/5 U
T-4
Wo lieber Bernie, wurde denn der T- 4, der D-1 und der D1/5 U eingesetzt?
Gruß Jörg |
| 20.05.2009 12.15 | Bernie | |
@Jörg,
die D-1 waren ein Nachlaß der Sowjetarmee, sie wurden während der ersten Lehrgänge 1956 mit Li-2 in Neuhausen gesprungen.
Die GST hatte 10 Stück im Bestand.
Vom D-1/5U waren in den 80igern noch 3 Stück im Fallschirmlager in Schönhagen.
Der T-4, ein Schirm mit Steuerschlitzen (Leistungsfähigkeit wie etwa RS-4/3) war ein Überbleibsel einer Exportschau von russischer Fallschirmtechnik in der DDR.
Man erhoffte sich Exportaufträge, aber unsere Hersteller waren mit dem RS-4/3 etwas schneller.
In Schönhagen lagen 2 Exemplare
Bernie |
| 20.05.2009 15.11 | Fred | |
und wo ist der Krempel jetzt? Liegt noch was Brauchbares in Schönhagen? |
| 20.05.2009 16.53 | Bernie | |
@Fred,
das Fallschirmlager in Schönhagen wurde 1991/92 "umgestaltet".
Wir, die ehem. "Oranienburger" haben einige Schirme, Packplanen und Reparaturmaterial übernommen.
Wo sich das Zeug heute befindet, wissen nur geschäftstüchtige ehem. "Kameraden".
Hin und wieder konnte man in diversen Medien Anzeigen finden.
Auch unser Jörg hat schon über diese Linie Ausrüstung aufgekauft.
Gruß
Bernie |
| 22.05.2009 21.02 | fischadler | alte Schirmtypen |
Hallo Kameraden,
an den D-1 kann ich mich nur noch so weit erinnern, dass wir einen nicht zugelassenen Schirm im Fallschirmlager "rumliegen" hatten. Ich weiß nur noch, dass er rund, ohne Steuerschlitze und 81 Quadratmeter groß war. Hier ein Foto von Helmut Ende (mit PS-41a zusätzlich). Bitte die Fangleinenlänge vergleichen!
Hi Bernie,
Kann es sein, dass Du den T-4 mit dem T-2 Serie 4 verwechselst? - oder ganz vergessen hast? Ich bin sicher, dass wir als ersten "Sportschirm" einen T-2 mit zwei Steuerschlitzen hatten. Siehe Bild mit Karl-Heinz Hierer aus Dessau von 1961 , auf dem aber auch kaum was zu erkennen ist.
In Magdeburg hatten wir wohl nur einen davon, den "Katze" Schmidt (damals frisch gebackene Weltrekordler und unser Häuptling) selber sprang, ehe die ersten RL-3 (1962) nach Magdeburg kamen.
Der T-2 wurde (meines Wissens) weiterentwickelt zum T-2 Serie 4. Frag mich aber bitte nicht, wie der dann aussah.
Gruß von Klaus dem Fischadler |
| 22.05.2009 21.24 | René | RE: Fallschirmtechnik |
Original von fischadler
Nachdem über die letzten Schirmtypen der GST und NVA geschrieben wurde, hier ein paar Notizen zu den ersten Schirmen:
Sprungfallschirm PD-47:
mit oder ohne Verzögerungssack zu springen,
Mindestabsprunghöhe 250 m bei 100 km/h
max. Personengewicht einschl. Ausrüstung 100 kg
Sinkgeschwindigkeit 6 m/s
Vortrieb 1,5 bis 2 m/s
Kappengröße 71,5 Quadratmeter Baumwollmischgewebe
Gesteuert wurde der Schirm durch Pumpen mit jeweils zwei Fangleinen. Um sich nach links zu drehen, mussten zwei rechte Fangleinen (hoch erfassen) tief herabgezogen werden, musste "gepumpt" werden. (Eine volle Drehung konnte fast eine ganze Minute dauern)
Rettungsfallschirm PS-41a:
Rundkappe mit 43,3 Quadratmeter Naturseite mit 24 Bahnen
Mindestabsprunghöhe 80 m
Sinkgeschwindigkeit 6,6 m/s
nicht steuerbar
Das waren noch echte "Fall"schirme.
Grüße von Klaus dem Fischadler
(Die Bilder der Kappen stammen aus "Technische Beschreibung und Anweisung", März 1960).
ein paar schicke Bilder gibt es noch in diesem Beitrag:
schöne Bilder vom PD-47
.....macht weiter Männer...... ich freue mich immer, wenn ich Euch lauschen kann!!! :buch:
Hat jemand noch ein Bild vom PD-47 in Tarnstoff?
Gruß René |
| 22.05.2009 23.28 | fischadler | PS-41a und T-2 |
Ich war noch einmal im Keller und habe mein Archiv durchforstet. Vom PS-41a habe ich nur Bilder (alle drei Fotos von Helmut Ende) von zusätzlichen Öffnungen.
Das vierte Bild (Foto auch von Helmut Ende) ist ein T-2 (evtl. ein Serie 4 ?). Der war in der Kappenform wesentlich flacher als alle unsere RL-3-Typen. Der mittlere Schlitz am T-2 (Serie 4?) war länger als die beiden äußeren.
Damit sind meine T-2 - Kenntnisse erschöpft.
Gruß Klaus |
| 24.05.2009 17.48 | Bernie | |
@Klaus der Fischadler
Hallo Klaus,
wirklich schöne Bilder, auch Dein Hinweis zur Fangleinenlänge des D-1 (9,00 m !!!)
Thema T-2 :
Den T-2 und Versionen kannte ich gar nicht, er war wohl nur einigen wenigen Spitzenleuten der Anfangszeit vorbehalten.
Der T-4 muß in etwa zur gleichen Zeit wie unser RS-4/3 auf den Markt gekommen sein. Wie schon gesagt, die Russen waren am Export in die DDR stark interessiert.
Am 06.06. treffe ich mich mit Dieter Strüber, da wird auch dieses Thema auf der Tagesordnung stehen.
Gruß
Bernie |
| 24.10.2009 19.41 | René | |
Fallschirmjäger am RS-4/1
Quelle: Fliegerkalender 1975
Gruß René |
| 25.10.2009 16.38 | Jörg | |
Original von Bernie
Die Betrachtung von Jörg, "Absprung aus großer Höhe und spätes Öffnen" ist absolut indiskutabel. Dazu wurde kein Gleiter benötigt und in der damaligen Zeit wäre das auch absolut tödlich gewesen. Der Gleiter mit Reffleinenöffnung hatte im ungünstigsten Fall eine Öffnungszeit, die einer zurückgekegten Strecke von 400 m entsprach. Bei Einsatz von Schirmen mit dieser Öffnungsvariante wurde bei min. 800 m abgesprungen und sofort geöffnet und das auch nur, wenn es nicht anders ging. Die sonst gebräuchliche min. Absprunghöhe lag bei 1.000m mit Sofortöffnung (Zielsprungwettkämpfe).
Bernie
Na, nun bin ichn aber platt.
Dieser Beitrag von mir, der ja hier nicht zu lesen ist, bezieht sich nicht auf ein bestimmtes Gleiterschirmsystem sondern allgemein auf das Springen mit einem Gleitfallschirm.
"Völlig indiskutabel" ist deshalb Deine Einlassung.
Natürlich wird beim Halo-springen das Gleitsystem eingesetzt. Das von mir aus das Reffleinensystem dabei nicht der große Bringer ist, sei dahin gestellt. Taktisch gesehen, macht es allemal einen Sinn, schon um in den letzten 200 bis 400 m am Schirm hängend, ein geeigneten Landplatz anzufliegen.
Ich bin gerne bereit darüber mit Dir zu diskutieren.
Gruß Jörg |
| 26.10.2009 09.35 | René | |
.....RL-3/2
Gruß René |
| 26.10.2009 12.06 | BöhserOnkel | |
Mal eine Frage an die Bilderfreaks. Vor längerer Zeit hab ich mal ein Bild gesehen auf dem eine Rundkappe zu sehen war. Zumindest war noch andeutungsweise eine Rundkappe zu erkennen. Der Schirm hatte sehr viele Schlitze und war in den farben Rot-Weiß gehalten.
Hat jemand ein Bild von diesem Schirm und kennt Daten, wie Hersteller und Bezeichnung ?
Es war ein Hochleistungssportfallschirm der (glaub ich) in den 70er/80er Jahren gesprungen wurde, mit Brustreserve.
Gruß Andi |
| 27.10.2009 10.59 | René | |
Original von BöhserOnkel
Mal eine Frage an die Bilderfreaks. Vor längerer Zeit hab ich mal ein Bild gesehen auf dem eine Rundkappe zu sehen war. Zumindest war noch andeutungsweise eine Rundkappe zu erkennen. Der Schirm hatte sehr viele Schlitze und war in den farben Rot-Weiß gehalten.
Hat jemand ein Bild von diesem Schirm und kennt Daten, wie Hersteller und Bezeichnung ?
Es war ein Hochleistungssportfallschirm der (glaub ich) in den 70er/80er Jahren gesprungen wurde, mit Brustreserve.
Gruß Andi
Ich glaub, ich weiß, was Du meinst.......konnte es aber nicht finden. schau Dir mal diese Seiten an und klick Dich durch die Jahre, da sind schöne Aufnahmen alter Schirme dabei:
http://www.red-devils-fft.com/page2.htm
http://www.sprungbuchladen.de/24050.html
Gruß René |
| 27.10.2009 12.06 | BöhserOnkel | |
Erstmal Danke Rene, für die 2 Links ! Bei den "Red Devils" sind schöne Videos zu sehen, vorallem beim ersten Link auf ihrer Seite (The Red Devils Genesis 1964).
Beeindruckend mit was für einer Sinkrate die nach unten gehen und besonders stabil im Sinkflug waren die bestimmt auch nicht (so wie das bei manchen schaukelt hät ich da schon längst in den Sandkasten gekotzt :lach: ), da ist sogut wie keine Landung im Stand möglich ...
(da mein englisch aber sehr begrenzt ist, versteh ich nicht alles was der Sprecher da von sich gibt) :frown:
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Nun, ich meinte aber mich erinnern zu können, daß solch ähnliche Schirme auch in der DDR bei der GST gesprungen wurden ... Hm .. hab noch nichts dazu gefunden, werd mal weiter suchen ... :buch:
Gruß und nochmal Danke, Andi |
| 27.10.2009 17.00 | Bernie | |
@René, @BO,
bei den Schirmen handelt es sich um amerikanische "Para Commander", die den Grundstein für die tschechischen PTCH-7 und -8, die französischen EFA, die Seifhennersdorfer RL-8 sowie die russischen UT-15 bildeten.
(Hochleistungsrundkappen mit durch Zentralleine eingezogenem Pol)
Bernie |
| 28.10.2009 18.23 | BöhserOnkel | |
Danke Bernie, genau den PTCH hab ich gesucht.
Gruß Andi |
| 20.11.2009 20.50 | René | |
Hier mal ein Artikel zum RL-3/4
Gruß René |
| 23.11.2009 08.23 | Bernie | |
Der RL-3/4 war nur in sehr geringer Stückzahl eingeführt worden.
Er wurde sehr schnell durch den RL-3/5 (letzter DDR-Schirm aus Naturseide) ersetzt.
Der RL-3/5 erfreute sich aufgrund seiner sanften Entfaltungsstöße und seiner gutmütigen Steuereigenschaften bis in die 70iger Jahre großer Beliebtheit.
Bernie |
| 23.11.2009 10.00 | Jörg | |
Jo, kann ich bestätigen. Der RL 3/5 war mein erster Schirm, nach Erlangung des Lizensspringerstatus.
Er war sehr gumütig, hatte einen softigen Öffnungsvorgang und ließ sich in 5 - 7 Minuten packen. Feines Teil.
Gruß Jörg |
| 25.11.2009 22.20 | René | |
Original von Bernie
Der RL-3/4 war nur in sehr geringer Stückzahl eingeführt worden.
Er wurde sehr schnell durch den RL-3/5 (letzter DDR-Schirm aus Naturseide) ersetzt.
Der RL-3/5 erfreute sich aufgrund seiner sanften Entfaltungsstöße und seiner gutmütigen Steuereigenschaften bis in die 70iger Jahre großer Beliebtheit.
Bernie
oh, da hab ich auch was gefunden. :buch:
Gruß René |
| 25.11.2009 22.36 | René | |
Und hier nun der RL-6 :buch: |
| 26.11.2009 08.12 | Bernie | |
Vom RL-6 gab es nur einige Erprobungsmuster.
Dieser Schirmtyp wurde nicht zur Serienreife gebracht.
Mitte der 70iger Jahre gab es noch einige Versuche, ihn als Schleppschirm zur Seenotrettungsausbildung des fliegenden Personals der LSK/LV einzusetzen.
Diese Versuche misslangen aber.
Jens Klaudky soll den RL-6 in letzter Zeit hin und wieder bei Vorführungen gesprungen sein.
Bernie |
| 26.11.2009 09.39 | Einzelgänger | |
Original von Bernie
...Mitte der 70iger Jahre gab es noch einige Versuche, ihn als Schleppschirm zur Seenotrettungsausbildung des fliegenden Personals der LSK/LV einzusetzen.
Diese Versuche misslangen aber....
Bernie
@Bernie, was muß ich mir unter "...Schleppschirm zur Seenotrettungsausbildung..." vorstellen?
Gruß EG |
| 27.11.2009 17.04 | Bernie | |
@EG
Die Seenotrettungsausbildung der NVA-Flugzeugführer sollte optimiert werden, indem mann anstelle der kostenintensiven Wassersprungausbildung (3. LVD) eine Art Parasayling entwickeln wollte.
D.h. ein Motorboot schleppt einen Flugzeugführer (FF) mit geöffnetem Schirm über die Wasserfläche. Der FF sollte sich in einer vorgeschrieben Höhe ausklinken und am Schirm landen. In der verbleibenden Zeit zwischen Ausklinken und Landung sollte der FF entsprechende Handlungen zur Vorbereitung einer Wasserlandung ausführen.
(z.B. Ausgurten, Helm abwerfen, Druckregler mit Trennleiste abwerfen, Schwimmweste vorbereiten etc.
Soweit kam es aber nicht, die Versuche mit der zur Verfügung stehenden Technik mißlangen und es blieb bei der Ausbildung an der Seilbahn und eben bei der herkömmlichen Wassersprungausbildung.
Gruß
Bernie |
| 27.11.2009 17.28 | Einzelgänger | |
@Bernie, danke für die Info, jetzt sehe ich klarer.
Also wurden dann bei der herkömmlichen Wassersprungausbildung auch wieder "normale" Schirme verwendet, keine Gleitschirme.
Naive Frage: Bei der Ausbildung wurde aber "nur" ein normaler Sprung durchgeführt, ohne "Schleudersitz" etc.?
Gab es überhaupt Simulatoren für Schleudersitzausstiege? Wurden da spezielle Schirme verwendet, weil ja m. E. die Belastungen enorm gewesen sein müssen...
Gruß EG |
| 27.11.2009 18.30 | Stefan Boost | |
Original von Einzelgänger
@Bernie, danke für die Info, jetzt sehe ich klarer.
Also wurden dann bei der herkömmlichen Wassersprungausbildung auch wieder "normale" Schirme verwendet, keine Gleitschirme.
Naive Frage: Bei der Ausbildung wurde aber "nur" ein normaler Sprung durchgeführt, ohne "Schleudersitz" etc.?
Gab es überhaupt Simulatoren für Schleudersitzausstiege? Wurden da spezielle Schirme verwendet, weil ja m. E. die Belastungen enorm gewesen sein müssen...
Gruß EG
für die piloten der nva gab es eine anzahl von pflichtsprüngen pro jahr.
diese wurden mit "normalen" fallschirmen durchgeführt.
das herauskatapultieren wurde ab anfang der 80er jahre ,aus kostengründen, kaum noch durchgeführt.
ausnahme waren ketten und geschwader , welche dem dhs des warschauer vertrages direkt unterstanden.
dort waren einige schulflugzeuge(uti) im einsatz, um solche "katapultierungen"durchzuführen.
gruss |
| 28.11.2009 08.27 | Einzelgänger | |
Srefan, danke. :gut:
Gruß EG |
| 30.11.2009 15.06 | Bernie | |
@Stefan,
wer hat Dir denn diesen Bären aufgebunden ?
In den Geschwadern wurden Katapultiertrainings jährlich durchgeführt.
Hierfür gab es Trainingsanlagen vom Typ NKTL-3 und NKTL-29/39.
Diese Simulatoren basierten auf dem Herausschießen aus einer Kabinenatrappe mittels Pyro-Patrone PT-8 also 8 g. Der Katapultsitz fuhr an einer Schiene bis auf ca. 5 m Höhe wurde mittels Gummiseilen abgebremst und rastete in das Fangsystem ein.
Es gab noch einen weiteren Simulator für den Sitz KM-1 (ab Mig-21 SPS), der simulierte den Abwurf der Kabine, das Ausfahren der Armbegrenzer, das Heranziehen des Oberkörpers sowie der Unterschenkel und das Anfahren des Sitzes mittels Pressluft.
In den Luftstreitkräften des Warschauer Vertrages unternahmen lediglich die Polen den Versuch sich trainingsmäßig aus fliegenden Flugzeugen zu katapultieren. (TS-11 "Iskra).
An der Fliegerschule in Bautzen stand ein polnisches Katapultiergerät, dass aber ab Anfang der 70iger Jahre nicht mehr genutzt wurde. Hierbei wurde der an Seilen befestigte Sitz frei in die Höhe geschossen, der Flugzeugführer löste sich vom Sitz und wurde ebenfalls an Seil-Rollensystemen zur Erde zurückgeführt.
Beim Einsatz dieses Systems kam es aber zu einer Reihe von Vorkommnissen, die eine Weiternutzung nicht mehr zuließen.
Bernie |
| 30.11.2009 16.12 | jm213 | |
Anscheinend ist so Manchem nicht bekannt,was ein scharfer Ausstieg mit dem Körper des Bereffenden anrichtet oder anrichten kann. |
| 30.11.2009 16.50 | Bernie | |
@jm213,
richtig, beim Katapultiervorgang aus den Migs traten Überbelastungen Richtung Kopf-Becken in Höhe von 16 g auf.
Nach "scharfen" Katapultierungen gingen die Flugzeugführer ausnahmslos nach Königsbrück zum Institut für Luftfahrtmedizin zur Begutachtung.
So mancher kam als Transportflieger wieder oder schied ganz aus.
Für uns als Angehörige des FRD war pro Jahr jeweils eine Trainingskatapultierung mit Patrone PT-8 erlaubt.
Bernie |
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